Die weite Reise zu den Pinguinen

Foto: Privat

Moers..  Bei Simon Panter aus Moers ist das Fernweh immer da. In den letzten fünf Monaten hat ihn sein Streben, andere Länder und andere Kulturen kennenzulernen, sogar bis in die Antarktis gebracht.

Das durchaus bewegte Berufsleben von Simon Panter (34) beginnt allerdings in Moers. In Wellings Romantik Hotel Zur Linde startet er 1999 seine Ausbildung zum Hotelfachmann. Schon damals, so sagt er heute, habe für ihn der Gast im Mittelpunkt gestanden. Die Begegnung, der Austausch mit anderen Menschen: Das hat für ihn schon in seiner Ausbildung eine große Rolle gespielt.

Die Lehrjahre im Romantik-Hotel Zur Linde schätzt er übrigens heute sehr: „Die Zeit dort hat mich gut vorbereitet auf mein späteres Berufsleben.“ Am Ende seiner Ausbildung meldet sich zum ersten Mal das Fernweh, und auch die Wellings haben ihren Anteil daran. Dort bekommt Simon Panter die Empfehlung, dass Auslandserfahrung sich immer gut im Berufsleben macht.

Es hat geklappt

Seine erste Station ist das Hotel Gletschergarten im schönen Saas-Fee in der Schweiz. Er ist dort hingefahren ohne zu wissen, ob es klappt mit der Anstellung als Servicekraft. Es hat geklappt, und in der ersten Nacht, nach dem ersten Arbeitstag, hat er sich gedacht: „Das ist cool.“ Heute sagt er über seine erste Station fern der Heimat: „Das hat mir damals Selbstbewusstsein gegeben, und Stolz war natürlich auch dabei, den Schritt geschafft zu haben.“

Natürlich, es hat in diesen frühen Tagen nicht nur Höhen gegeben, die Gastronomie ist schließlich ein „knallharter Job“, wie Simon Panter sagt. Er sagt auch: „Jeder Tag ist ein Neuanfang, die schlechten Tage musst du hinter dir lassen.“

Zwei Jahre war er in der Schweiz, bevor es für längere Zeit zurück in die Heimat ging. Das heißt, es ging nicht ganz zurück in die Heimat. In einem Essener Hotel hat Simon Panter als Hotelfachmann gearbeitet, zuletzt als Restaurantleiter. Aber da war ja noch die Sache mit dem Fernweh, und Essen ist eben nicht so arg weit weg von Moers.

Deshalb ist Simon Panter in die Luft gegangen, als Flugbegleiter mit Air Berlin. Kurz- und Mittelstrecke stand da auf dem Flugplan. Da war es schon einmal möglich, morgens in Düsseldorf zu starten und abends auch wieder dorthin zurückzukehren – mit Zwischenstopps in Berlin und Mailand. Ein paar Flugmeilen sind da schon zusammengekommen.

Ein Höhepunkt

Den vorläufigen Höhepunkt seines Berufslebens hat Simon Panter aber im vergangenen halben Jahr erleben dürfen. Auf der MS Hanseatic war er auf der Südhalbkugel unterwegs, und zwar ziemlich südlich. Per Flugzeug ging es auf die Kapverdischen Inseln, von dort auf der MS Hanseatic nach Buenos Aires und Ushuaia. Die südlichste Stadt Argentiniens war Ausgangspunkt für Rundreisen zu den Falkland-Inseln, der Inselgruppe Südgeorgien, zum südlichen Polarkreis und wieder zurück nach Ushuaia.

Mehrmals, mit wechselnden Passagieren, hat Simon Panter diese Rundreise absolviert. Er sagt: „Die Natur dort unten ist wirklich fabelhaft. Ich bin mit vielen weit gereisten Passagieren zusammengekommen. Sie alle haben gesagt, dass diese Reise die schönste war, die sie gemacht haben.“

Ende Februar ist Simon Panter zurückgekehrt nach Moers. Allein die Stationen des Rückflugs dürften in jedem das Fernweh wecken. Von Ushuaia ging es über Buenos Aires und Madrid nach Düsseldorf.

Nun also Moers: „Das ist“, sagt Simon Panter, „ein Kontrast wie Tag und Nacht. Aber ich bin froh, wieder in der Heimat zu sein.“ Vollständig verarbeitet hat er die Bilder aus der Antarktis nicht – wie auch? Was er allerdings jetzt schon weiß: „Mein Wunsch ist, jetzt einen festen Job in Deutschland zu haben.“ Was und wo das sein wird: Diese Fragen möchte er jetzt in aller Ruhe mit sich selbst ausmachen. Dass sich irgendwann aber wieder das Fernweh melden wird, davon darf man ausgehen. Asien wäre da zum Beispiel ein Möglichkeit.