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Die tägliche Katastrophe

09.03.2009 | 18:17 Uhr
Die tägliche Katastrophe

In Weeze brennen Häuser, explodieren Autos und werden Terroristen zur Strecke gebracht – im Trainingslager BOTC.

Weeze. Was für ein Gefühl ist es, wenn man mitten im Feuer steht? Kann man noch etwas sehen, etwas hören? Wie heiß wird es im Schutzanzug? Und wann sollte man als Feuerwehrmann besser aufgeben? „Wer diese Grenzerfahrungen machen möchte, der kann sie bei uns ausprobieren”, sagt Marcel van Haren. Der Feuerwehrmann aus Boxmeer ist selbst viele Jahre in brennende Häuser gelaufen, um Menschenleben zu retten. Er weiß, wie es ist, die Hand vor Augen nicht mehr sehen zu können, sich nur noch auf den Tastsinn verlassen zu müssen und kaum etwas zu hören. Der Körper stößt bei der fieberhaften Suche nach Überlebenden Unmengen von Adrenalin aus. „Wenn man unter Raumängsten leidet, sollte man besser nicht Feuerwehrmann werden.”

Wie weit kann ich gehen?

Marcel van Haren , Generalmanager des BOTC- Katastrophenschutzübungsgeländes Laarbruch. Foto und Copyright: Ron Franke (05.03.2009)

Marcel van Haren weiß, in welche Extremsituationen Lebensretter gebracht werden können. 20 Jahre hat er hauptberuflich als Feuerwehrmann gearbeitet und es immer als Hindernis empfunden, dass er und seine Kollegen sich nicht besser auf diese Extrembelastungen vorbereiten können. „Was tun bei Hausbränden, Autounfällen oder den Umgang mit gefährlichen Chemikalien kann man einstudieren, praxisnah”, sagt van Haren.

Zu Beginn des Jahres hat van Haren auf dem Flughafengelände in Weeze das größte europäische Trainingszentrum für Feuerwehren eröffnet. In den ehemaligen Militärgebäuden der britischen Armee werden jetzt fast täglich Hausbrände entfacht und Autounfälle simuliert. „Das Gelände ist ideal”, schwärmt van Haren. „Uns stehen 350 Gebäude zur Verfügung. Wir haben hier ein Schwimmbad, ein Krankenhaus, einen Kindergarten und ein kleines Kraftwerk. Wir können alle erdenklichen Katastrophen einstudieren”, sagt van Haren. Auch den Absturz eines Flugzeugs.

Aber nicht nur Feuerwehren proben hier den Ernstfall. Auch Polizeieinheiten und Militärs bereiten sich auf Einsätze vor. Van Haren erzählt, dass niederländische Sonderkommandos in Weeze erprobt haben, wie man in Afghanistan Wohngebiete von Terroristen befreit. Auch der Umgang mit Nuklearunfällen und terroristischen Anschlägen kann geprobt werden. Bislang wird das Gelände vor allem von niederländischen Feuerwehren und Polizeieinheiten genutzt, die in bis zu zwei Wochen alle erdenklichen Fälle durchspielen. Auch deutsche Polizisten und Berufsfeuerwehren sollen bald in Weeze trainieren.

Katastrophenschutzübung auf dem ehemaligen Miltitärgelände Weeze-Laarbruch. Foto und Copyright: Ron Franke (05.03.2009)

„Übung ist wichtig”, sagt van Haren. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass sich viele Kollegen im Ernstfall überschätzen. „Man muss wissen, wo die Grenzen liegen und wann es gefährlich wird. Das kann man nur durch reale Feuereinsätze herausfinden”, so van Haren.

Sein Unternehmen, BOTC genannt, entwickelt für die Feuerwehren Trainingsszenarios und stellt die Ausrüstung zur Verfügung. So werden unter anderem 1000 Autowracks pro Jahr verschlissen und alle Häuser wurden feuerfest gemacht, damit sie nicht abbrennen. „Sonst werden die Übungen ziemlich teuer”, scherzt van Haren.

ONLINE www.botc.com

Andreas Gebbink

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Kommentare
11.03.2009
00:28
Die tägliche Katastrophe
von Cuewalda | #1

Der im Beitrag genannte Link (irgendeine US Bank) ist falsch. Unter http://www.bos-trainingszentrum.eu/ wird es interessanter.

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