Die Sparkasse ruft nach Hilfe

Dinslaken..  Die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe ist in schweres Fahrwasser geraten und braucht Hilfe. Das Defizit des vergangenen Jahres liegt laut Sparkassen-Vorstand Rolf Wagner „im hohen einstelligen Millionenbereich“. Wenn im Mai der endgültige Jahresabschluss vorliegt, ist ein Minus zwischen 7 und 9 Millionen Euro denkbar.

Das Defizit sei allerdings zum Teil selbst herbeigeführt worden, um Weichen beim Kreditgeschäft neu zu stellen. „Wir sind auf Konsolidierungskurs, haben es aufgrund des schwierigen Umfeldes, vor allem der anhaltend niedrigen Zinsen, aber nicht geschafft, die Eigenkapitalsituation signifikant zu verbessern“, so Wagner.

Um das für die Einnahmen so wichtige Kreditgeschäft neu aufstellen zu können, benötigt die Sparkasse Eigenkapital (zur Auszahlung der Kredite). Und die Lage wird ernster: Derzeit muss ein Kreditinstitut pro 100 Euro an vergebenem Kredit 8 Euro an Eigenkapital nachweisen, bis 2019 sollen die Anforderungen noch einmal deutlich steigen. Da das Eigenkapital der Sparkasse dafür nicht ausreicht, muss Geld von außerhalb her. „Wir reden über mindestens 35 Millionen Euro“, konkretisiert der Sparkassen-Vorstand.

Allen voran sollen die Trägerkommunen Dinslaken (Anteil 60 Prozent), Voerde (30 Prozent) und Hünxe (10 Prozent) helfen. In der „1a-Lösung“ wünscht sich die Sparkasse darüber hinaus, dass sich der Kreis Wesel mit einem Trägeranteil einbringt. „Das werden keine einfachen Gespräche, aber ich bin zuversichtlich“, so Rolf Wagner. Dabei ist er sich bewusst, dass die Kassen aller drei Trägerkommunen leer sind, auch der Kreis kein Geld hat. Die Positionen der Städte wollen heute die Bürgermeister Michael Heidinger, Dirk Haarmann und Hermann Hansen im Rahmen einer Pressekonferenz erörtern. Sollten sich die drei Kommunen und der Kreis nicht zur Zahlung des Trägerkapitals durchringen können, käme als Option die Fusion mit einer anderen Sparkasse ins Gespräch. „Unser Auftrag aus dem Verwaltungsrat geht eindeutig dahin, die Eigenständigkeit zu erhalten“, so Wagner. Sollte dies aber nicht funktionieren, sind für den Vorstand Fusionsgespräche innerhalb des Kreises Wesel aber auch, so Wagner, „südlich“ eine Option. Dann käme die schon häufiger als möglicher Fusionspartner gehandelte Sparkasse Duisburg ins Gespräch.

Kunden müssensich keine Sorgen machen

Auch wenn hinsichtlich der Zukunft der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe einiges unsicher scheint: Die Kunden müssen sich um ihr dort angelegtes oder geliehenes Geld keine Sorgen machen. Der Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe regelt, dass andere Sparkassen dafür einstehen, wenn ein Institut in ernsthafte Schwierigkeiten gerät. Zur Sicherung jeder Sparkasse tragen unter anderem elf regionale Sparkassenstützungsfonds, die Sicherungsreserve der Girozentrale und der Sicherungsfonds der Landesbausparkassen bei.