DIE OOSTVAARDERSPLASSEN

Das Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen bei Lelystad ist aus Zufall entstanden. Als Süd-Flevoland in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingedeicht, leergepumpt, trockengelegt und kultiviert wurde, war das Gebiet zwischen Lelystad und Almere eigentlich als Industriestandort vorgesehen. Doch die rund 6000 Hektar große Fläche lag zu niedrig und verwandelte sich in eine Sumpflandschaft. Daher wurde das Land weder industriell noch landwirtschaftlich genutzt, sondern einfach sich selbst überlassen.

Schnell siedelten sich auf dem Boden der ehemaligen Zuiderzee Pflanzen und seltene Tiere an, unter anderem der Seeadler, der dort inzwischen wieder brütet. 1986 wurden die Oostvaarders-plassen unter Schutz gestellt, Rotwild aus Schottland und dem Naturpark Hoge Veluwe sowie Heckrinder und Konikpferde dort als Weidetiere angesiedelt.

Der Name Oostvaardersplassen leitet sich übrigens von der Route der Handelschiffe der Vereinigten Ostindischen Kompanie (Oostvaarder = Ostfahrer) ab, die dort ihren Weg von Amsterdam durch die Zuiderzee nach Ostasien nahmen. Plassen steht für die Seen, die in dem Sumpf entstanden sind.