Die Häfen locken viele Besucher

Kreis Wesel..  Hafen - das war für viele in und um Wesel lange Zeit kein Thema. Jetzt ist es wieder eines. Der Tag der Logistik, gestern zum zweiten Mal im Hafen-Verbund aus Stadthafen, Rhein-Lippe-Hafen und Emmelsumer Hafen veranstaltet, bewies es: Mehr als 400 Interessenten wollten sehen, was da im Ölhafen an neuen Hallen und silbern glänzenden Tanks aus dem Boden wächst, was Kräne bewegen oder wie Salz verladen wird. Jens Briese, Chef der Hafen-Gruppe Deltaport, strahlte bei so viel Resonanz ebenso wie die Sonne.

Er hat Grund dazu, weil auch außerhalb des Aktionstages immer häufiger interessierte Bürger Besichtigungstermine vereinbaren. Und weil er und seine Mitarbeiter trotz komplexer Planungs- und Genehmigungsverfahren voran kommen. Die große blaue Hegmann-Halle am Rhein-Lippe-Hafen signalisiert Aufbruchstimmung. Der Förderantrag für die Kaimauer ist rausgeschickt, die Gesamtfinanzierung des 30- bis 40-Millionen-Vorhabens soll bis zum Herbst stehen.

Herbst scheint es nun auch zu werden, bevor der neu gestaltete Stadthafen eingeweiht wird. Dort wird nach mühevollen Kaimauer-Arbeiten die Asphaltschicht auf die Kaifläche aufgebracht. Im Sommer soll die Abnahme erfolgen.

Gelbe und orangefarbene Sicherheitswesten zuhauf bestimmten das Bild auf dem Emmelsumer Firmengelände von Sappi: Lauter Besucherinnen und Besucher, die teils per Bus von Hafen zu Hafen gefahren wurden. Neben Partnerunternehmen waren Schulen und Hochschulen und auch die IHK eingeladen worden, und das Interesse war so groß, dass bei den Führungen nicht alle berücksichtigt werden konnten. Nachwuchskräfte zu gewinnen, war ein Aspekt.

Neben den Unternehmen Hegmann, Hülskens und Rhenus war Sappi interessanter Anlaufpunkt. Bis zu eine Million Tonnen schlägt die Sappi Logistics Wesel jährlich in Emmelsum um, wo in Kürze auch der erste Spatenstich für das Terminal des Logistikers Contargo erfolgen soll. Die 35 Sappi-Mitarbeiter werden ergänzt durch weitere rund 170 des Partnerunternehmens Jerich, das den Umschlag organisiert. Bei einem schrumpfenden Papier-Markt orientiert sich der mit sieben Standorten in Europa vertretene Konzern teils neu. Sappi geht nun teils direkt an die Endverbraucher, schließt auch papieraffine Produkte ein und versorgt etwa Baumärkte mit Fernost-Produkten. 12,6 Millionen sollen für eine Erweiterung um 21 000 Quadratmeter Hallenfläche investiert werden, für die Geschäftsführer Hansjürgen Peichler auf grünes Licht im Juni hofft. Er schätzt am Standort die guten persönlichen Kontakte zu Briese und anderen, während Logport in Duisburg für ihn Anonymität bedeutet.