Der WM-Held aus Emmerich

Emmerich..  Unter uns Nachbarn bleibt dieser 7. Juli im Jahr 1974 natürlich unvergessen. Im Olympiastadion in München gewinnt die Mannschaft von Trainer Helmut Schön gegen die Elftal von Trainer Rinus Michels. Das 2:1 müllert unnachahmlich der kleine, dicke Gerd ins Tor – nach einem unwiderstehlichen Flankenlauf von Rainer Bonhof.

Der schussgewaltige Abwehr- und Mittelfeldspieler beginnt seine Fußballkarriere beim SuS Emmerich. In der Rheinstadt wird er 1952 auch geboren. Weil sein Großvater Niederländer ist, besitzt er damals einen niederländischen Pass. Kurios: Dennoch spielt er 1969 für die Junioren-Auswahl des DFB ein Länderspiel. Noch kurioser: Ausgerechnet in Holland gegen Holland – die Partie in Geleen endet 1:1.

Danach erhält Rainer Bonhof die deutsche Staatsbürgerschaft – und Trainer Hennes Weisweiler holt ihn in die Fohlen-Elf nach Mönchengladbach. Mit der Borussia wird der Niederrheiner viermal Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Uefa-Pokal-Sieger, später wird er mit dem FC Valencia Spanischer Pokalsieger und – unter dem Trainer Alfredo Di Stéfano – Europapokalsieger der Pokalsieger.

Der Vollständigkeit halber: Sowohl 1972 als auch 1980 gehört Rainer Bonhof zum Kader der Nationalmannschaft, die damals Europameister wird.

Dazwischen liegt der WM-Sieg von 1974. Unvergessen bleibt auch sein „Billardtor“ beim 4:2-Sieg über Schweden in Düsseldorf.