Der Uhu, König der Nacht

Duisburg. Er ist zurückgekehrt. Der europäische Uhu ist nach jahrzehntelanger Pause seit zwei Tagen wieder im Duisburger Zoo zu finden. Zwei männliche Jungtiere haben in der ehemaligen Voliere der Schnee-Eulen - die in die Luchsvoliere umgesiedelt wurden - ihr neues Zuhause gefunden. Die ursprüngliche Heimat der beiden Uhus ist der Tierpark in Mönchengladbach. Dort wuchsen sie zusammen mit vier Geschwistern bei den Eltern auf. „Die Tiere sind aber nun geschlechtsreif und mussten getrennt werden“, sagt Max Patschinsky, Tierpfleger im Zoo.

Die zwei orangegelben Augenpaare beobachten aufmerksam das Geschehen und bewegen unauffällig ihr Haupt mal nach links, mal nach rechts. Wenn sie wollten, könnten sie ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen, um jeden Feind und Freund im Blick zu haben.

Die beiden zweieinhalbjährigen europäischen Uhus wirken mit ihrem braun-beige melierten Gefieder und den seitlich abstehenden Federohren anmutig und harmlos zugleich. „Wenn sie uns vertrauen, fressen sie aus der Hand, doch das dauert eine gewisse Zeit, bis es so weit ist.“ Das wichtigste sei aber erst einmal, dass sie im Zoo sicher und auch für Besucher zu bewundern seien. „Hier in der Gegend sieht man selten einen Uhu in freier Wildbahn,“ sagt Patschinsky betrübt. Heute steht er unter Artenschutz, doch um die Mitte des 20. Jahrhunderts war der europäische Uhu in Deutschland und ganz Mitteleuropa nach zwei Jahrhunderten massiver Verfolgung nahezu ausgerottet. Dank gezielter Artenschutzprogramme ist der Bestand in Deutschland auf rund 1000 Brutpaare angestiegen. Trotz der stabilen Bestände ist die Population allerdings regional rückläufig, ohne dass die Ursachen hierfür bekannt sind.