Der Bergbau-Pionier aus Ruhrort

Duisburg..  Der Mann ist eine Legende und gibt noch immer einem Unternehmen seinen gut klingenden Namen: Franz Haniel.

Geboren wird er in Ruhrort. Das wird an dieser Stelle so betont, weil Ruhrort zwar bereits im Jahre 1905 zusammen mit Meiderich in der damals neu gegründeten Großstadt Duisburg versank, das weltweit tätige Familienunternehmen aber seinen Hauptsitz immer noch mitten in dem alten Schiffer-Stadtteil hat – und diese Tradition auch pflegt.

Der Vorläufer des heutigen Unternehmens wird im dortigen Packhaus gegründet, das von Franz Haniels Großvater Jan Willem Noot erbaut wird. Als offizielles Gründungsjahr gilt 1756. In jenem Packhaus kommt 24 Jahre später Franz Haniel auf die Welt. Sein Vater stirbt früh, seine Mutter legt wert auf eine gute (Aus-)Bildung – und der Junge, der eigentlich Johannes Franciscus mit Vornamen heißt, nutzt seine Talente kühn und kaufmännisch.

Er betreibt eine Spedition, eine Reederei, mehrere Ruhr- und Rheinschiffe sowie eine Kohlenhandlung. Apropos Kohle: Die macht er mit deren Abbau, erstmals auch auf der linken Rheinseite. Als Erster traut er sich über den Fluss. 1851 lässt er auf einem Feld bei Homberg nach Steinkohle bohren, daraus entsteht die Zeche Rheinpreußen. Für mehr als 100 Jahre gehört der linke Niederrhein fortan zum Kohlerevier.

Im hohen Alter von 88 Jahren stirbt Franz Haniel, und findet seine letzte Ruhe – wo sonst? – in Ruhrort, in einem Familiengrab.