„Das war sehr schön gemacht”
19.02.2010 | 18:31 Uhr 2010-02-19T18:31:00+0100
Kreis Kleve/Essen. Kreis Klever NRZ-Leser im Gespräch mit Ministerpräsident Rüttgers. Ihre Themen: Schule und Einzelhandel.
„Von der NRZ war das sehr schön gemacht. Unkompliziert, locker, eine intime Runde”, resümiert Josef Berg nach seinem Besuch in Essen. Auf Einladung der NRZ traf sich NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zum „Bürgergespräch” mit Lesern aus allen Lokalredaktionen (Lesen Sie dazu heute „Die Seite drei”).
Politisch sei Rüttgers „zwar nicht meine Farbe, aber wie er als Mensch Rede und Antwort stand, hat mich beeindruckt”, sagt Berg. Er kam gleich an zweiter Stelle ans Mikrofon und fragte Rüttgers, ob man für den Kreis Kleve ein „Buschgeld” ausloben müsse, damit Lehrer aus den attraktiveren Ballungsgebieten herkämen. Rüttgers antwortete, es seien 8000 Stellen geschaffen worden. Auf Bergs Frage zur Einrichtung von neuen Gesamtschulen sagte Rüttgers, er habe nichts dagegen, nur wolle er sie nicht als Ganztagsschule bevorzugen. Das verstand der Klever Aktive aus der Gesamtschul-Initiative. Rüttgers wollte in NRW nicht solche Emotionen auslösen wie in Hamburg, wo Eltern gegen eine bestimmte Konstruktion einer sechsjährigen Grundschulzeit protestieren.
Schulsystem so lassen wie es ist
Rüttgers wolle im Schulsystem alles lassen, wie es ist, das System aber von innen „reformieren” und das mit Geld und Personal „undogmatisch” angehen, zitiert Berg den Ministerpräsidenten.
Auch der zweite Gast aus dem Kreis Kleve, Reinhard Berens, fand den Landeschef „volksnah, er schaute einem direkt in die Augen. Mich beeindruckte seine Bereitschaft, sich überhaupt auf solch eine Veranstaltung einzulassen. Natürlich, es ist Wahlkampf, aber er schien zu Fragen Hartz IV, Gesamtschule, Betuwe-Linie engagiert. Jedem gab er in Kürze eine Antwort, nicht immer befriedigend, aber er war gut vorbereitet.” Berens hatte als Vertreter der Klever Geschäftswelt „City-Netzwerk” für den Einzelhandel angefragt: Die meisten Filialisten seien Trittbrettfahrer, die sich bereichern an dem, was ortsansässige Händler in kleinen Städten an teurem Marketing investierten. Rüttgers sagte, die Antwort sei seinen Mitarbeitern schwer gefallen, bis sie auf die „Business Improvement District BID” gestoßen seien. Das seien Partnerschaften zur Attraktivierung von Innenstädten, für die Geschäftsinhaber gesetzlich zum Mittun verpflichtet werden könnten. Dies Instrument gebe es in NRW seit einem Jahr, genutzt wurde es noch nie. Berens ahnt den Grund: „Es dauert Jahre, bis sowas steht.”
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