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Aktion Ringelblume

Das große Abenteuer Calendula

04.09.2012 | 20:20 Uhr
Das große Abenteuer Calendula
Die kleinen Gärrtner aus Hülsdonk.Foto: Volker Herold

Sie haben gesät, geharkt und gegossen - Mädchen und Jungen der Grundschule Moers-Hülsdonk sind nun absolute Ringelblumen-Experten.

Hier noch ein wenig gießen, da noch das Unkraut jäten und – klar, gerne – auch Schnecken sammeln. Die kleinen Hände wuseln durch die Beete, zwischen Tomaten und Erdbeeren, Kartoffeln und Kräutern und natürlich rund um die schönen Blumen. Hier im kleinen, bunten Schulgarten der Gemeinschaftsgrundschule Moers-Hülsdonk, wo neben Sonnenblumen und Lavendel auch ein prächtiger, goldgelber Ringelblumenbusch blüht.

„Als ich von der NRZ-Ringelblumen-Aktion im Frühjahr gelesen habe, bin ich sofort in den Leserladen und habe ein Tütchen Ringelblumensamen für die Kinder besorgt“, sagt Sabine Weber, Leiterin des Offenen Ganztages an der Grundschule.

Viele Blüten haben die Samen mittlerweile hervorgebracht. Die ersten sind sogar schon wieder verblüht. „Im Mai, als das Wetter schöner wurde, haben die Kinder die Samen direkt in die Erde gesät“, erzählt die Erzieherin. Woche für Woche konnten die rund 70 Schüler, die im offenen Ganztag betreut werden, der Calendula seither beim Wachsen zuschauen. Sie beobachteten, wie sich die zarten grünen Stängelchen in kräftige und immer größere Blätter und Stiele verwandelten, wie sie ganz oben Knospen entwickelten, wie die Blüte begann. Die Natur ist ein spannendes Abenteuer.

Und viele der Kinder sind mittlerweile begeisterte Gärtner. „Sobald ich die Schaufel heraushole, bin ich nicht mehr alleine, die Kinder scharen sich um mich und im Garten bin ich ganz schnell arbeitslos“, erzählt Sabine Weber. Seit 2009 können die Grundschüler in Hülsdonk während der Ganztagsbetreuung auf ihrem Schulhof gärtnern – in dem kleinen Bauerngarten mit bunt bemaltem Lattenzaun drumherum.

Die Idee entstand, weil „die Kinder Spaß an solchen Arbeiten haben und wir draußen mit ihnen etwas Sinnvolles machen wollten“, sagt Sabine Weber. Finanziert wurde der Schulgarten vom Service Civil International (SCI) Moers, dem Träger der Betreuung. „Und unterstützt werden wir durch Spenden von Eltern oder Großeltern, die uns Pflanzen schenken.“

Bei der Gartenarbeit erfahren viele der Sechs- bis Zehnjährigen zum ersten Mal, wie es ist, etwas mit ihren eigenen kleinen Händen zu pflanzen, zu pflegen, wachsen zu sehen und später die Früchte ihrer Arbeit sogar zu ernten. „Die Kinder sehen, woher das Gemüse kommt, die Strohblumen zum Basteln, die leckeren Beeren zum Naschen. Wir trinken auch unseren eigenen Pfefferminztee. In so einem Garten können sie alles sehen, schmecken, riechen und fühlen.“

Auch was eine Calendula ist, wie sie genutzt wird, welche Wirkung sie als Heilmittel hat, erfuhren die Kinder. „Eine Kollegin ist gelernte Floristin. Sie hat den Schülern einiges über die Pflanze erzählt, auch, dass sie essbar ist. Sie wollte auch einen Salat mit Ringelblumen machen. Aber mit Salat haben es die Kinder leider nicht so...“ Frische Erdbeeren aus dem eigenen Schulgarten kommen da wesentlich besser an.

Aber dennoch: Auch, wenn‘s die Ringelblume nicht im Salat geben wird, im Schulgarten darf sie weiter wachsen.

Sabine Weber und ihre Kolleginnen sorgen vor: „Wir sammeln die vertrockneten Blüten mit den Kindern und säen sie im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder aus.“ Und wer weiß, vielleicht machen sie dann mal einen Tee daraus oder eine Salbe oder irgendetwas anderes, das nichts mit Salat zu tun hat...

Von Elke Wiegmann



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