Bündnis sieht keinen Grund für Wehklagen

Kreis Wesel..  Martin Kuster ist „stolz, aber nicht überheblich“. Hubert Kück genießt noch im Nachhinein eine „ausgesprochen schöne Sitzung“. Den beiden Kreispolitikern von FDP/VWG und Grünen ist die Zufriedenheit ebenso anzusehen, wie ihrem Bündnispartner Frank Berger (CDU). Nach der denkwürdigen jüngsten Sitzung des Kreistages mit einer nicht erwarteten Umlage-Entlastung für die Kommunen des Kreises Wesel hätten sie positive Resonanz erfahren, sagen die Drei - von Nichtpolitikern und Nichtverwaltungsleuten. „Bürgernah, kommunalfreundlich und verantwortlich“ nennt Kück die Ergebnisse, die nach einem „maßvollen Abstimmungsprozess ohne überzogene Profilierungssucht“ erzielt worden seien.

„Keinen Raum für Wehklagen“ sieht Berger hinsichtlich des Personals des Kreises. Wenn die vielen Überstunden ins Feld geführt würden, zeige das, dass „Prozesse in der Verwaltung auf den Prüfstand gestellt werden müssen“. Von einer Führungskraft wie dem Landrat müsse man erwarten, „die Arbeit so zu organisieren, dass sie funktioniert“. Neue Aufgaben vom Gesetzgeber sehe er „derzeit nicht“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung hätten „nach wie vor gute Jobs und keinen Cent weniger“, so Berger. „Wir haben denen nichts weggenommen“, ergänzt Kück.

Stolz ist Kuster, weil es dem Bündnis gelungen sei, mit überzeugenden Positionen seine Linie eines „anderen Denkens“ erfolgreich umzusetzen. Nicht einfach draufsatteln, sondern Lösungen finden, um „mit dem Geld auszukommen, das da ist“, lautet das Credo. Die Bürger honorierten das, weil sie keine Politik auf Pump der nachfolgenden Generationen wollten.

Müllers Marionetten

Der SPD halten die Bündnis-Politiker vor, sich in eine Ecke der Isolation manövriert zu haben, obwohl man ihr ständig „die Tür offen gehalten“ habe. Er habe den Eindruck, so Berger, dass „die SPD vom Bündnis bewusst ferngehalten“ werde. Landrat Dr. Ansgar Müller erscheine wie ein Puppenspieler, als dessen Marionetten sie agierten.

Die drei Politiker äußern den Eindruck, dass es innerhalb der SPD-Fraktion teils intern verursachte Informationsdefizite und Unmut gebe. Aber man wolle keine Energie darauf verwenden, „die SPD aus ihrer Isolation herauszuholen“, so Kuster, sondern diese lieber dem Landrat widmen. Repräsentieren könne er gut, aber das sei zu wenig. „Wir müssen ihm deutlich machen, wo seine Aufgaben liegen. Unsere Mehrheit dafür ist groß genug.“

Dass dem Haushalt des Kreises die Genehmigung durch die Bezirksregierung versagt werden könnte, glauben die Bündnis-Politiker eher nicht.