Bündnis hält RVR Kampagne vor

Kreis Wesel..  Die Reaktion hat etwas auf sich warten lassen, aber das große politische Bündnis im Kreistag des Kreises Wesel muss sich halt abstimmen. Mit dem Resultat, dass CDU, Grüne und FDP/VWG die öffentliche Veranstaltung der Verwaltungsspitze des Regionalverbandes Ruhr (RVR) vor einer Woche in Wesel (die NRZ berichtete) als „PR-Kampagne“ titulieren und sowohl deren Regionaldirektorin Carola Geiß-Netthöfel als auch Landrat Dr. Ansgar Müller kritisieren.

Erst jetzt, nachdem eine Mehrheit im Kreistag gegen eine Mitgliedschaft des Kreises Wesel im RVR gestimmt habe, entdecke die Verbandsleitung ihre Liebe zum Kreis Wesel und werfe die PR-Maschine an, so das Bündnis in einer Pressemitteilung. Die Regionaldirektorin scheue sich nicht, den Kreis Wesel so zu bezeichnen, wie er aus Sicht der „metropole ruhr“ gesehen werde, nämlich als Rand. Die Bündnisparteien hatten bei ihrem Nein zur weiteren Mitgliedschaft just diese Perspektive gerügt und den vom RVR verwendeten Begriff der Metropole Ruhr kritisiert. „Wir sind kein Rand, wir stehen - in jeder Hinsicht - mitten drin im Leben“, kontern sie und beziehen die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Wesel als einer „starken Region am Niederrhein“ ein.

Recht habe die Regionaldirektorin damit, dass die Entscheidung der Verbandsversammlung des RVR noch ausstehe, ob es zu Austrittsverhandlungen mit Landrat Dr. Ansgar Müller kommt. Sollte die Versammlung dagegen entscheiden, wäre dies zwar rechtlich in Ordnung, dem Kreistag gegenüber aber respektlos, so das Bündnis. Das käme einem Affront gleich.

Nicht ohne Süffisanz stellt das Bündnis zum Weseler Treffen der RVR-Verbandsleitung fest, dass die „flugs herangeeilten Oberhäupter von Stadt und Kreis - Frau Bürgermeisterin und Herr Landrat - ein artiges Spalier“ gebildet und „in das hohe Lied auf den LVR eingestimmt“ hätten.

An der Spitze der „Kampagne“ habe „wieder einmal Landrat Dr. Müller“ gestanden. Anstatt respektvoll mit der Entscheidung des Kreistages umzugehen, lasse er „keine Gelegenheit aus zu behaupten, dass dies falsch ist“.

Seine Bemerkung zum Kreistagsbeschluss, man habe nicht die Zeit, sich bei wichtigen gemeinsamen Vorhaben von Kreis und RVR „von sowas“ abhalten zu lassen, sei hinsichtlich seiner tatsächlichen Haltung entlarvend.