Städte machen Druck
02.04.2009 | 18:36 Uhr 2009-04-02T18:36:00+0200Voerde / Dinslaken. Eine solche Versammlung von Stadt- und Fraktionsspitzen aus den Voerder und Dinslakener Stadträten sieht man selten.
Man sah sie am Mittwoch im Voerder Rathaus im Verein mit den Vorsitzenden der Bürgerinitiativen „Betuwe – so nicht!” aus beiden Städten. Den Sinn dieser Übung formulierten Gastgeber Bürgermeister Leonhard Spitzer und seine Dinslakener Kollegin Sabine Weiss: Mit allen Kommunen von Emmerich bis Oberhausen wolle man geschlossen „gegen die unerträglichen Folgen” des dreigleisigen Ausbaus der Betuwe-Route auftreten. Spitzer: „Wir wollen in Richtung Bundesverkehrsministerium und Bahn AG noch einmal ein Signal setzen.”
„Bahn und Bund
in Bewegung bringen”
Geschehen soll das mittels einer Unterschriftenaktion, die heute zeitgleich in den betroffenen Städten und Gemeinden gestartet wird. Dabei drängt die konzertierte Aktion auf wirkungsvollen und städtebaulich verträglichen aktiven Lärmschutz, angemessenen Katastrophenschutz und die Beibehaltung des Regionalverkehrs in vollem Umfang auch während der Bauphase. Auch der Bau von Querungsmöglichkeiten, die Übernahme der Baukosten für Über- und Unterführung, Verkürzung der Schrankenschließzeiten und ein „angemessener Ersatz von Vermögensnachteilen betroffener Anwohner” werden gefordert.
Damit wolle man „Bahn und Bund in Bewegung bringen”, sagte Spitzer. Der Voerder Stadtchef und Bürgermeisterin Weiss aus Dinslaken wollen damit eine überparteiliche „Einheitsfront” aufbauen. Das sei auch eine Reaktion auf Gruppierungen in einigen Kommunen, die sich mit dem Ruf nach anderen Lösungen als den Ausbau der bestehenden Bahnstrecke hervortäten.
Weiss: „Wie solche Gruppen mit den Ängsten der Menschen an der Bahnlinie spielen, ist unerträglich.” So werde beispielsweise eine Neubaustrecke entlang der A 3 wieder ins Gespräch gebracht – eine Variante, die vor Jahren als unpraktikabel und zu teuer zu den Akten gelegt worden war. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Bürgerinitiativen, die in den vergangenen Jahren viel erreicht haben”, so Weiss.
Der Vorsitzende der Dinslakener BI „Betuwe – so nicht!”, Heinz Mülleneisen, betonte, dass es im Falle der „A 3-Variante” für die bestehende Bahnstrecke niemals aktiven Lärmschutz gegeben hätte. Gerade was den durchgängigen Lärmschutz angehe, brauche man die Unterstützung der Politik, auch wegen der rasant zunehmenden Gefahrguttansporte auf der Schiene.
„Nachbesserungen wird
es später nicht geben”
Heinz Markert von BI in Voerde: „Es hat lange gedauert, aber nun ist die Politik für das Thema sensibilisiert. Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu signalisieren: Wir sind für die Bürger da.” Jetzt müsse man aktiv werden, denn später werde es seitens der Bahn keine Nachbesserungen geben.
Die Unterschriftenaktion soll bis Ende Mai laufen. Noch vor den Sommerferien wollen Vertreter aller von der Betuwe-Betroffenen Kommunen bei Bundesverkehrsminister Tiefensee auflaufen, um Druck zu machen.
In Dinslaken und Voerde sollen die Unterschriftenlisten ab heute unter anderem in den Büros der in den Stadträten vertretenen Parteien, in den Rathäusern und Bürgerbüros ausliegen.
10:33
Blöde Frage.. aber kann man sich auch in die Liste eintragen wenn man NICHT aus Dinslaken/Voerde ist?