Risiko rollt tonnenweise mit
13.08.2009 | 18:26 Uhr 2009-08-13T18:26:00+0200
Hüthum. Ein mit Flüssiggas gefüllter Güterwaggon explodiert mitten in Emmerich. Wie in Viareggio. Unvorstellbar? Nein, das meinen zumindest Vertreter der IG Biss (Betuwe-Sicherheit) und der Feuerwehren Hüthum und Elten.
Daher setzten sie sich zusammen, um das für sie wichtigste Thema entlang der geplanten Betuwe-Route öffentlich zu machen: die Sicherheit der Bürger.
Denn, so Karl-Heinz Jansen von der IG Biss, selbst ausgebildeter Feuerwehrmann, erläutert: „Über die Strecke werden neben anderen Gefahrgütern allein 1,2 Millionen Tonnen LPG-Gas pro Jahr transportiert." Vorkehrungen für den Unglücksfall seien allerdings keine getroffen worden. Daher machen alle hinter die offizielle Aussage, dass die Sicherheit gewährleistet sei, ein großes Fragezeichen.
„Wir möchten jetzt zumindest angehört werden", formuliert Löschzugführer Marco Kapelle den Vorstoß in die Öffentlichkeit: „Dann hätten wir die Chance, Sicherheitsstandards wie in den Niederlanden zu erzielen."
Dazu gehört ein spezielles „fire-system", das große Wassermengen liefert wie man sie bei der Bekämpfung von Explosionen benötigt. Doch ihr Vorschlag wurde abgelehnt. Die Feuerwehren haben schon seit dem Jahr 2001 in Zugführerversammlungen und Gesprächen mit der Stadt immer wieder auf Sicherheitsmängel hingewiesen. Sie fordern eine parallele Zuwegung zur Bahn und alle 100 Meter einen Zugang durch eine Lärmschutzwand. Und mehr Übungen am Bahngelände. Jan-Simon Laarakker und Hans-Peter Zabel von der IG Biss werden deutlicher: „Wir können nicht verstehen, dass die Bürgermeister und Brandmeister nichts Entscheidendes unternehmen. Spielt der Mensch denn keine Rolle?" Sie plädieren für eine zweigleisige Betuwe-Strecke entlang der Autobahn A3.
11:24
Sehr geehrte Redaktion
die Betuwe Linie ist ein teils eingleisige Gleise von Elst – Geldermalsen – Dordrecht. und hat nichts zu tun mit der Betuwe Route welche Gutercontainer von der Maasvlaakte ins innenland Transportieren soll.
Wer eine seriöse Zeitung sein will sollte sollche ständigen namensvertausch, versuchen zu vermeiden.
grüße aus Vrasselt
22:31
#6 von betuwe_an_die_a3,
Sie haben mit Ihren Ausführungen ja auch vollkommen Recht, und ich sehe ja auch noch einen großen Handlungsbedarf. Aber: Sie müssen auch akzeptieren, dass ich so ein Unglück für sehr unwahrscheinlich halte und deshalb auch begründe, warum.
14:06
So ist es, Familie aus Rees,
wenn z.B. in Kleve ein solcher Unfall geschieht,
darf zwischen Kleve-Elten-Mehrhoog-Rees-Goch
kein weiterer Notfall sein, weil es sonst sehr schlecht mit der
rettungsdienstlichen Versorgung aussieht.
Man müsste dann auf Bocholt, Geldern oder Wesel
zurück greifen.
Nun kann sich jeder Bürger selbst ausdenken, was passiert,
wenn wir es hier mit einem MANV-1, geschweige denn mehr,
zutun haben.
Bei einer siedlungsfernen Verlegung des Güterverkehres
würden wir dieses Risiko auf fast Null minimieren.
Dafür sind die Politiker verantwortlich.
Und wer sich für was einsetzt ist ja mittlerweile bekannt.
13:45
#6 von betuwe_an_die_a3,
Sie haben die Einsatzstärke von Feuerwehr und Rettungsdienst angesprochen.
Dazu nur so viel:
Vor einigen Jahren verunglückte in Kleve in der Nähe des Sternbuschbades ein
PKW. Fünf oder sechs Menschen wurden dort verletzt.
Die Rettungskräfte kamen aus Kleve, Emmerich, Rees und Goch.
Einsatzdauer war nicht unter 60 Min.
Wenn in diesen 60 Min. in Kleve, Emmerich, Rees oder Goch ein Bürger einen Herzinfarkt erlitten hätte, dann wäre die fachliche Rettung dieses Bürgers
schon ein Problem gewesen. Man stelle sich vor, innerhalb dieser 60 Min. wäre ein weiterer Unfall in Kleve, Emmerich, Rees oder Goch geschehen.
Wenn zwischen Elten und Mehrhoog ein halber MANV-1 (wie mein Vorschreiber erwähnt) geschieht, dann kann sich jeder belesene oder klar denkende Mitbürger ausmalen, was dann hier los sein wird.
Und wenn zwischen Elten und Mehrhoog italienische Unglücksverhältnisse geschehen sollten, dann ......*ich wage es nicht zu schreiben.
Ob sich die Ortspolitiker darüber jemals Gedanken gemacht haben ?
Herr Diks und Herr Hinze haben dazu nur folgende Meinung:
Das 3. Gleis soll mitten durch Emmerich.
Herr Jansen von den Linken möchte kein 3. Gleis durch Emmerich.
Wer denkt nun vernünftiger ?
Die maroden Banken haben dreistellige Milliardensummen erhalten.
Hier beim dritten Gleis geht es allenfalls, wenn überhaupt, um 2 Mill. für eine siedlungsferne Trasse.
Selbst die Aufstellung einer Vergleichsrechnung wollen die Herren Diks und Hinze nicht.
Wer nicht kämpft der hat schon verloren.
Beste Beispiele sind das Kernkraftwerk in Kalkar oder die niederländischen Initiativen für eine siedlungsferne Betuwetrasse.
13:07
#5 von RheinExpress,
ich habe den ARtikel des Herrn Jansen gelsen und ihn für wichtig und richtig erachtet.
Ich halte auch die Bedenken der beiden Löschzugführer der Wehren Hüthum und Elten für ausserordentlich wichtig und richtig. Die Herren wissen worüber sie denken und schreiben.
Ich möchte an dieser Stelle mal aus dem Nähkästchen plaudern :
Gibt es bei einer Entgleisung, Kollision oder sonstige Ereignisse (Leck im Waggon u.a.) bereits jetzt MANV Planungen in Emmerich ?
( Zu MANV siehe hier>>>> http://de.wikipedia.org/wiki/Manv. )
Hat die Feuerwehr, der Katastrophenschutz oder der Rettungsdienst
schon jetzt ordentliche Notfallpläne und/oder Verletztenpakete u.a. ? Nein!
Eine Entgleisung oder Kollision mit Explosion innerhalb des Stadtgebietes wird
hunderte von Tote und Verletzte nach sich ziehen.
Bei einem Leck geschlagenen Kesselwagen der Bahn mit Gefahrgut beladen,
ist das Risiko kaum richtig kalkulierbar.
Bei dem momentanen Streckenverlauf ist keine ordentliche Zuwegbarkeit
gegeben. Es müssen daher Zuwege geschaffen werden, die nicht weiter wie
800 Meter auseinander liegen. Bei 400 Meter (links/rechts) kann man noch laufen
aber danach wird es echt eng für die Erstversorger, die ja mit Gerät unterwegs sind.
Bei dem derzeitigen Streckenverlauf kann die Feuerwehr Emmerich nicht
ungehindert und schnell eingreifen, es gibt Streckenabschnitte wo bis zu 2
Kilometer weit kein Zuweg vorhanden ist. Wie soll da die Feuerwehr schnell die
Einsatzstelle erreichen ?
Die Eingreifzeiten der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes entlang der Strecke sind zu lange.
Bei der Feuerwehr und dem technischen Hilfswerk handelt es sich grundsätzlich um freiwillige HelferInnen, die von zu Hause aus kommen. Die nächste hauptamtlich
besetzte Wache ist Wesel - Eintreffzeit also in ca. 30 Minuten nach Alarm.
Die idealste Wache mit Besatzung und Gerät ist Oberhausen und Duisburg, aber
die Eintreffzeiten dieser Wachen liegen bei ca. 45 - 60 Minuten.
Um die wichtigsten, konkreten Fragen einmal auf einen Nenner zu bringen:
1.
Ausrückezeiten
2.
Eintreffzeiten.
(Die Eingreifzeiten der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes entlang der Strecke sind zu lange. )
3.
Besatzungsstärke an der Einsatzstelle nach 4 Minuten. (Vielleicht keiner ! Nach 10 Min. vielleicht 10 - 15?)
4.
Löschwasserversorgung. Tlw. mangelhaft.
5.
Löschmittelrückhaltung (verseuchtes Löschwasser darf nicht ins Trinkwasser
gelangen)
6.
Wieviel Rettungskräfte (Feuerwehr / Rettungsdienst u.a.) können unmittelbar
vorhanden sein? (Viel zu wenig !!!!!!)
7.
Zuwegbarkeiten? (Tlw. eine Katastrophe)
8.
Pläne ob und ab wann und welche überörtliche Hilfe angefordert werden kann. (Meines Wissens gibt es diese Pläne nicht)
9.
internationale Zusammenarbeit, Führungsstruktur geregelt ?
10. Notfallpläne und Verletztenpakete?
Der Emmericher Rettungsdienst , die Feuerwehr Emmerich und das Krankenhaus Emmerich hat kein ausreichendes Equipment und auch kein Personal für auch nur einen HALBEN MANV-1, wenn man mal von allen anderen zusätzlichen sicherheitsrelevanten Maßnahmen an der Strecke u.a. absieht?
Rees ist noch machtloser als Emmerich !!!
Wenn der LNA (Leitender Notarzt) vor Ort intelligent ist, dann verlegt die Patienten nach Dringlichkeit mit Hubschraubern weiter weg. KRH Emmerich fällt weg, kann nicht
angefahren werden, weil das Verkehrschaos um Emmerich herum alle Wege zu macht.
Schwerstverletzte mit einem CH 53 (Großraumhubschrauber der Bundeswehr)
nach Koblenz zum Militärhospital.
Bei 10 Schwerstverletzten rechnet man 100 Verletzte. Man rechnet 10%
schwer, 30% mittel und 50% leicht, die verbleibenden 10% teilen sich in
Tote und nicht mehr zu rettende Verunfallte auf.
Im Emmerich gibt es auf dem Papier nur einen besetzten Rettungswagen.
Der nächsten Rettungswagen steht in Kleve und Rees - Anfahrt ca. 10-15 Min.
Woher und wann sollen die weiteren Rettungswagen kommen ????
Für Emmerich gilt:
Schon ein halber MANV-1 wäre ein sehr grosses Problem für die ALLE örtlichen Rettungskräfte !!!!!
00:11
@betuwe_an_die_a3: Lesen Sie mal den Kommentar von HansDitmarJansen, der nicht weiß, wie man noch mehr Züge auf die Strecke bekommt.
Und zu dem Unglück: Es kann immer passieren, wenn es aber passiert, dann sage ich Ihnen mit Sicherheit, dass dieser Zug von holländischer Seite kommt, denn was wir alles an Mängeln an Grenzeingangszügen haben, ist leider nicht mehr normal. Von Holland kommen auch mal Gefahrgutcontainer, die mit offenen Türen durch die Gegend fahren. Sowas ist in Deutschland auf Grund der zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen (Zugprüfung, Bremsprobe, Entgleisungsdetektoren, Heißläuferortungsanlage und durch die Beobachtung duch die örtlichen Fahrdienstleiter) lange nicht so wahrscheinlich. Wenn an einem Zug eine Unregelmäßigkeit festgestellt wird, wird dieser erst gar nicht losgelassen bzw. sofort angehalten, auch automatisch.
23:09
#3 von RheinExpress,
ja nee is klar, und nach der Blockverdichtung können die Anwohner ruhig schlafen, weil es nie zu einem Unglück kommen wird.
Sie haben das Thema des Artikels verfehlt.
20:47
Wie man alle diese Züge bewältigen will? Ganz einfach, durch eine Blockverdichtung. Ist ganz einfach zu installieren, die ersten Vorbeireitungen sind ja schon getroffen worden.
22:22
Endlich einmal ein Bericht über die Betuwe-Route in der Tacheles geredet wird: die Gefährdung durch den Transport von Flüssiggas (und darüber hinaus auch große Mengen von Ammoniak) die über diese Strecke transportiert werden (sollen).
Warum kann in Deutschland keine sichere Strecke gebaut werden, wie es die Niederländer mit der Betuwe-Route im eigenen Land vorgemacht haben: siedlungsfern, teilweise unterirdisch und sicher?!
Direkt hinter Zevenaar, etwa 1,5 km vom Bahnhof entfernt kann man vom Fahrradweg in Richtung Arnheim sehen, wie die Bahntrasse in den Unter-grund geht.
Denkt man in unserem Land inzwischen nur noch ans Geld und sind die Bedenken bezüglich der Gefahrengüter untergeordnet?
Wie will man zwischen Emmerich und Oberhausen/Duisburg eine Hochgeschwindigkeitsstrecke (IC/ICE), den Reginalverkehr (RE/RB) und hunderte Güterzüge täglich auf drei Gleisen überhaupt bewältigen?
Es ist schon heute eine logistische Meisterleistung, den Bahnverkehr auf nur zwei Gleisen abzuwickeln. Eine noch höhere Frequentierung mit Güterzügen in Zukunft ist doch kaum zu bewältigen. - Ganz abgesehen von der Gefährdung der Bevölkerung durch den Transport von Gefahrengüter mitten durch die Städte und Dörfer am rechten Niederhein.
Wie man in den Niederlanden die Interessen der Bevölkerung berücksichtigt und mit Gefahrengüter umgeht, zeigt u. a. ein Zeitungsbericht der am 05.12.2007 in Brabants Dagblad erschien:
Transport LPG-Gas nicht mehr mit der Bahn durch Brabant
Mittwoch, 05. Dezember 2007 - ROTTERDAM Ab dem Jahre 2008 wird das LPG-Gas für Deutsch-
land über die Betuwe-Route transportiert. Neben Shell hat nun auch BP erklärt, die Autogas-Transporte nicht länger mit der Bahn durch Brabant zu transportieren, sondern auf die sichere Betuwe-Route zu verlegen.
Dieses bedeutet, dass ab dem Jahre 2008 mehr als 12.000 Waggons mit LPG - ein äußerst brennbares Gas für Autos - über die Betuwe-Route transportiert werden.
Der überwiegende Teil dieser Transporte wird im Auftrag von Shell expediert: Wir verfolgen die gleiche Absicht wie Shell und wollen ebenfalls soviel wie möglich über die Betuwe-Route fahren lassen. Der Grund ist der, dass die Betuwe-Route in puncto Sicherheit besser für den Transport von Autogas geeignet ist und die Nutzungsgebühren vergleichbar sind mit denen der jetzigen Route, so der Sprecher von BP Nederland in Rotterdam.
BP transportiert pro Jahr nur 107 Waggons LPG von Antwerpen nach Deutschland. Die Transporte von Shell fahren über Vlissingen nach Deutschland.
Shell und BP kommen damit einer Bitte der Brabanter Behörden nach, die diese gefährlichen Transporte aus ihren Städten verbannen wollen.
Die Betuwe-Route ist besonders für diese Zwecke angelegt, sie ist ebenerdig und viel sicherer. Außerdem wohnen hier entlang der Strecke viel weniger Menschen, sagte der Sprecher der Regierung der Provinz Noord-Brabant.
(http://www.brabantsdagblad.nl/voorpagina/ 2269412/Vervoer-lpg-niet-meer-over-Brab...)
Ditmar Jansen / DIE LINKE - Bürgermeisterkandidat
21:04
Selbst wenn die Feuerwehren ALLE nur möglichen Auflagen erfüllt bekämen, könnten sie trotzdem kein Unglück verhindern.
Bei einem Unglück wie in Italien, wäre die Feuerwehr zunächst machtlos.
Würde die Strecke siedlungsfern gebaut, so wie hauptsächlich in den Niederlanden, könnte man zwar auch kein Unglück verhindern, wohl aber zig Menschenleben erhalten.
Wo niemand wohnt, kann niemand verletzt oder getötet werden.
Wollen unsere Politiker, unsere sog. Volksvertreter das Leben der Bevölkerung nicht schützen ?
In Süddeutschland fordern die Politiker eine siedlungsferne Trasse. Hier in Emmerich und Rees wollen die Politiker das LPG-Gas mitten unter uns.
Solange die Betuwe durch bewohntes Gebiet verläuft, solange nehmen die Politiker Menschenleben in Kauf !
Wenn mich nicht alles täuscht, ist die Partei Die Linke die eizigste partei, die mit der IG-BISS für eine siedlungsferne Trasse plädiert.
Ja, das kostet Geld, aber es erhält auch Menschenleben.
Und deshalb wird meine Familie und ich die Wahlkreuzchen an den richtigen Stellen machen.