Neue Varianten für Unterführungen
19.05.2009 | 20:38 Uhr 2009-05-19T20:38:00+0200
Im Bauausschuss wurden kostengünstigere Entwürfe für die Bahnquerungen Empel und Millingen vorgestellt und befürwortet.
Rees. Keinen freien Platz gab es im Sitzungssaal, als gestern im Bauausschuss eine neue Betuwe-Überführungs-Variante für Empel und Millingen vorgestellt wurde.
Wie berichtet hatte der Ausschuss im Dezember beschlossen, dass für die Pkw-Unterführungen in Empel und Millingen alternative Vorplanungen erstellt werden sollen. Hintergrund: Die Deutsche Bahn AG hält es für nicht erforderlich, in der Ortsmitte von Empel und Millingen Ersatzbauwerke für Pkws herzustellen. Es wird lediglich der Bedarf für eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger geplant. In Empel, so die Bahn, sei die vorhandene Überführung der B 67 eine ausreichende Sicherstellung der innerörtlichen Verkehrsbeziehungen. In Millingen, so die DB AG, sei mit der Erstellung eines Ersatzbauwerkes im Bereich Rückenbuschfeld oder in Verlängerung der Millinger Straße eine ausreichende Verkehrsverbindung für die Ortsmitte gegeben sei.
Diese grobe Vorplanung der Bahn für Pkw- Unterführungen übersteigt das Finanzvolumen der Stadt Rees bei weitem. Für Millingen liegen die Schätzkosten der Unterführung bei 10.6 Millionen, für Empel sogar bei 22.6 Millionen Euro.
Anders sieht die Rechnung aus, die die Ingenieur-Gesellschaft Kottowski im Auftrag der Stadt für eine alternative Unterführung jeweils in der Ortsmitte von Empel und Millingen erstellt hat. Zwei neue Planungen präsentierte gestern Klaus-Dieter Haas von der Ing.-Gesellschaft Kottowski dem Ausschuss.
Entwurf Empel
Nicht vorgesehen ist in seiner Planung für Empel der Abriss verschiedener Gebäude, wie der ehemaligen Gaststätte Tepferdt. Er schlägt vor die Unterführung für Pkw und Fahrräder von der Reeser Straße aus links abbiegend, entlang des Park & Ride Platzes, verlaufen zu lassen, weiter über die Fläche des Stellwerks, dessen Entfernung sowieso geplant ist. Die Unterführung läuft dann im großen Bogen zurück auf die Reeser Straße. Hier müsste lediglich der Anbau eines Eckhauses weichen. Die Fahrbahn würde sechs Meter breit. „Über eine flache Anböschung soll es eine helle Unterführung werden, die eine Sozialkontrolle gewährleistet”, argumentierte Haas. Die Durchfahrtshöhe für PKW beträgt 3,20 Meter. Für Radfahrer wird durch die geringe Neigung bequemes Fahren möglich. Aus der Unterführung heraus ist eine 95 Meter lange Rampe für Fußgänger und Rollstuhlfahrer zu beiden Seiten des Mittelbahnsteigs vorgesehen. Eventuell können hier auch Treppen installiert werden.
CDU-Fraktionschef Franz-Josef Hollands schluf eine zusätzliche Anbindung der Schleife an die Hüttenstraße vor.
Für Empel hat Haas ein Kostenvolumen von 11 Millionen Euro errechnet, die Hälfte dessen, was die Bahn vorschlug.
Entwurf Millingen
Der neue Entwurf für Millingen ist ebenfalls kostengünstiger, neun Millionen Euro. Die Unterführung läuft von der Anholter Straße kommend in Richtung Dorfmitte rechts über Garten und Wiesenbereiche in einer großen Schleife zurück auf die Hauptstraße. Da in Millingen kein Mittelbahnsteig geplant ist, verbleiben die Zugänge zu den Bahngleisen. Einstimmig bei einer Enthaltung wurde die Verwaltung beauftragt, die vorgetragenen Alternativen mit der DB zu besprechen.
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