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Bahn: Betuwe an der A3 dreimal so teuer

30.04.2009 | 20:17 Uhr

Nein zur Linienführung entlang der Autobahn 3, sagt die DB Netz AG und beantwortet damit die Anfrage des SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Krüger. Auf seinen Anstoß hin hat man die bekannten Untersuchungen aus dem Jahr 2000 noch einmal begutachtet. Dabei seien die damaligen Erkenntnisse modifiziert auf eine Neubaustrecke vorrangig für den Verkehr von und zum Hafen Rotterdam übertragen worden. Das Ergebnis: Die wesentlichen Fakten von vor neun Jahren bleiben bestätigt. Der Neubau würde mindestens das Dreifache des dreigleisigen Ausbaus kosten. Zudem käme es dennoch zu einer Erhöhung der Zugfahrten auf der bestehenden Strecke. Schallschutzmaßnahmen seien dann aber nicht mehr vorgesehen. Und: Eine Neubaustrecke führe gegenüber dem dreigleisigen Ausbau zu zusätzlichen Eingriffen in hochwertige Landschaftsräume und Erholungsgebiete.

Info
Kritik an Lienenkemper

Mit dem Hinweis durch NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU), dass es für den Steuerzahler nicht zu teuer werden dürfe, ist Johannes Flaswinkel, Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Hamminkelner Rat überhaupt nicht einverstanden. So werde der Minister den Anliegen der Menschen am Niederrhein nicht gerecht. Die vorauseilende Kompromissbereitschaft Lienenkämpers gegenüber der Bahn sei ein Verrat an den Anliegern entlang der Strecke, kritisierte der Mehrhooger. „Es ist keine Zeit für Kompromisse. Jetzt muss gekämpft werden.”

In dem Schreiben appelliert Oliver Kraft von der DB Netz AG an Krüger, eine Diskussion mit den Bürgern mit dem Ziel zu führen, dass alle Kräfte zur Weiterführung der Planung für den dreigleisigen Ausbau gesammelt werden. So erhalte der Bürger baldmöglichst Schallschutz und die Auflösung der bestehenden Bahnübergänge werde möglich.

Für Krüger ist die Sache klar. Er positioniert sich wie die Bürgermeister entlang der Strecke für die Lösung auf der bestehenden Trasse. Nur: Bislang sind für ihn alle Vorschläge inakzeptabel. Es müsse verträglicher, innovativer Lärmschutz her. Und der dürfe nicht fünf Meter hoch sein, sondern könne in einer ein Meter hohen Schallschutzwand bestehen, die es im Versuchsbereich bereits gebe. Die Bahn müsse nun schnellstmöglich mit dem Eisenbahnbundesamt darüber sprechen. Die Ein-Meter-Wand werde ganz anders an das Gleis herangebaut, so dass der Lärm im Keim erstickt werde. Ein geräuscharmes Schotterbett oder eine Tieferlegung der Gleise hätten denselben Effekt. Zudem dürften die Kommunen nicht durch die Beseitigung von Bahnübergängen finanziell belastet werden. Der einstige Landesverkehrsminister Oliver Wittke habe während seiner Amtszeit mitgeteilt, dass das Land hier aktiv werde. Und das dürfte auch für seinen Nachfolger gelten.

Das dritte Gleis soll laut Bahnangaben übrigens so schnell wie möglich kommen. Denn 2007 hätten die Regierungen von Deutschland und den Niederlanden festgelegt, dass das Gleis bis 2013 zwischen Emmerich und Oberhausen liegen soll. Der Bau einer neuen Strecke würde dagegen mindestens bis 2020 dauern.

Petra Herzog

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Kommentare
01.05.2009
16:32
Bahn: Betuwe an der A3 dreimal so teuer
von Pit01 | #1

Ich habe den Eindruck, dass die Verantwortlichen es noch nicht realisiert haben, dass es nicht allein um Schallschutz geht. Es geht doch auch um die Sicherheit der BürgerInnen, die an der Strecke wohnen. Immerhin gehen viele Gefahrgüter über das Gleis und man hört dazu so gut wie gar nichts. Hier wird bewusst etwas tot geschwiegen.

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