Alles versuchen
29.01.2009 | 18:34 Uhr 2009-01-29T18:34:00+0100
Keine gute Nachrichten brachte Friedrich Eifert (FDP) aus Düsseldorf mit. Vier Meter hohe Lärmschutzwände aus Beton sind zwar alles andere als schön, doch wenn Kommunen etwas anderes möchten, müssten sie dies auch selbst zahlen.
Während bereits zahllose Güterzüge Tag und Nacht über die Schienen rattern, wird weiter über Verbesserungen für die Anlieger an der Betuwe-Linie diskutiert. Das was FDP-Fraktionschef Friedrich Eifert jetzt an Nachrichten aus dem Düsseldorfer Landtag mitbrachte, könnte den in den vergangenen Wochen plötzlich aufgetretenen Eifer der Beteiligten ein wenig dämpfen.
Eifert bezieht sich auf ein Gespräch, das er mit dem Landtagsabgeordneten Dietmar Brockes und dem DB-Konzernbevollmächtigten Reiner Basch geführt hat. Eine der Aussagen: Lärmschutz ist eine Maßnahme der Bahn, die Stadtentwicklungsprozesse nicht zu berücksichtigen hat. Stadtentwicklung bleibt Aufgabe der jeweiligen Kommune. Im Klartext: Vier Meter hohe Lärmschutzwände aus Beton sind zwar alles andere als schön, doch wer etwas anderes möchte, muss es auch bezahlen.
Grundsätzliche Änderungen können nach Aussage Eiferts nur durch politische Einwirkung erfolgen. Das wiederum bedeutet erhebliche finanzielle Ausgaben, die letztlich vom Steuerzahler zu finanzieren sind. Der Weseler Freidemokrat fordert die Städte und Gemeinden auf, den Reeser Bürgermeister Dr. Bruno Ketteler mit ihren Wünschen in den Beirat zu schicken, der sich mit dem Ausbau befasst. In Wesel sei die Bürgermeisterin gefragt, zudem gelte das Bundesverkehrsministerium als erste Adresse, wenn es um Geld gehe.
Für Forderungen, die Betuwe-Linie neu entlang der Autobahn zu bauen, sieht der Ratsherr keine Chance der Verwirklichung. Wenn an der bisherigen Strecke noch Verbesserungen erreicht werden sollen, gehe dies nur durch eine konzertierte Aktion aller in Wesel Beteiligten. Nicht gut sehe es im Übrigen für den Ortsteil Fusternberg aus. Auch wenn die Stadt das einstige Gewerbe-Mischgebiet (Tretford, Clyde-Bergemann) in ein Wohngebiet umgewidmet hat, finde dies in der Planung der Bahn keine Berücksichtigung. Dies sei allein Angelegenheit der Stadt.
Offen sei auch noch, ob die nagelneue Rampe im Weseler Bahnhof Bestand haben wird. Schließlich soll noch ein viertes Gleis kommen, das die Neuerung zunichte machen könnte. Die Rampe sei jetzt gebaut worden, um den Fahrgästen aktuell Erleichterung zu verschaffen, hieß es in Düsseldorf.
10:54
Respekt: Wenigstens mal einer, der Tacheles redet. Und besonderen Respekt, weil bekanntlich die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft werden.
Aber: Hier sollte doch nicht nur eine Person allein nach Düsseldorf fahren. Meinen Nachdruck kann ich doch nur unterstreichen, wenn ich mit einer Delegation kommunaler Spitzenpolitikern in Düsseldorf vorspreche.
Für mich wird immer deutlicher, dass alle Überlegungen zur bisherigen Bahntrasse noch nicht richtig durchdacht sind. Immer mehr Probleme offenbaren sich.
Und bitte: Einmal ernsthaft die Alternative entlang der A3 in Erwägung ziehen. Die betroffenen Anlieger können nichts dafür, dass hier welche geschlafen haben und etwas angeblich zu spät in irgenwelchen Gremien behandelt wurde.