Betuwe-Runde mit Zuversicht

An Rhein und Ruhr..  „Zufrieden“, „zuversichtlich“ oder ähnlich lauteten die Kommentare der Beteiligten an einer großen Betuwe-Runde mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks gestern im Weseler Rathaus. Im Schulterschluss wollen die Beteiligten die Bahn auf das von den Feuerwehren erarbeitete Sicherheitskonzept festnageln und in Sachen Lärmschutz an besonderen Problempunkten zu individuellen Lösungen bewegen.

Die Betuwe-Bürgerinitiativen entlang der Bahnstrecke von Oberhausen nach Emmerich hatten die Klever Ministerin eingeladen. Dazu die Bundestagsabgeordneten Sabine Weiss (CDU) und Dr. Hans-Ulrich Krüger (SPD), Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, ihren Hamminkelner Kollegen Holger Schlierf, der auch Sprecher der Arbeitsgruppe der betroffenen Kommunen ist, und Feuerwehr-Vertreter.

Alle Abgeordneten seien sich einig: „Wir werden die Unterstützung für das Betuwe-Projekt nur aufrechterhalten, wenn das Konzept der Feuerwehren anerkannt wird“, sagte Hendricks. Andernfalls werde die Betuwe auch in der Öffentlichkeit keine Akzeptanz haben.

Gegenüber dem, was die Bahn auf der Basis ihrer Standards zugrunde legt, entstünden durch die Anforderungen des Konzeptes Mehrhosten von 40 Millionen Euro. Angesichts der Gesamtkosten sei das eine zu vernachlässigende Größe, so die Ministerin. Bisher scheine es allerdings nicht so zu sein, dass sich die Bahn variabel zeige. Andererseits lehre ihre mehr als 20 Jahre währende Befassung mit dem Betuwe-Thema, dass Fortschritte möglich waren: Die Durchsetzung des an ein drittes Gleis gekoppelten Lärmschutzes, die Abwendung der Kosten für Unter- und Überführungen, die ursprünglich die Kommunen hatten übernehmen sollen. „Jetzt sind wir beim Feinputz’“, so Hendricks. „Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir auch da wieder erfolgreich sind.“ Sie will sich bemühen, im Bündnis mit den vier zuständigen Bundestagsabgeordneten noch vor Ostern ein Gespräch mit Bahn-Chef Rüdiger Grube zu führen.

„Zwischen uns und die Abgeordneten passt kein Blatt Papier“, gab sich Holger Schlierf kämpferisch. Er will das Treffen in Kürze mit den Anrainer-Kommunen der Strecke auswerten. Dabei sollen auch die Lärmschutz-Probleme zusammengefasst werden.