Ausgezeichnete Hilfe für die Schwächsten

Arbeitsminister Guntram Schneider dankte den Ehrenamtlern für ihr Engagement.
Arbeitsminister Guntram Schneider dankte den Ehrenamtlern für ihr Engagement.
Foto: Kitschenberg
Was wir bereits wissen
Sie helfen selbstlos den Schwächsten: Im Landtag in Düsseldorf wurden die Solidaritätspreise 2015 von Freddy Fischer Stiftung und NRZ verliehen.

An Rhein und Ruhr.. Hunderte Menschen in unserer Region helfen denen, die Hilfe am dringendsten brauchen: Flüchtlingen. Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Krieg und Verfolgung verlassen mussten und alles zurückließen. In einem fremden Land, ohne Mittel, suchen sie Schutz für sich und ihre Familien. Diejenigen, die ihnen hier zur Seite stehen, machen oft nicht viel Aufhebens um ihr zumeist ehrenamtliches Engagement. Für sie ist Helfen eine Selbstverständlichkeit. Menschlichkeit.

Eherenamt Ihnen haben die Freddy Fischer Stiftung und die NRZ den Solidaritätspreis 2015 gewidmet. Jetzt wurden die Preisträger in einer Feierstunde im Landtag in Düsseldorf ausgezeichnet. Einem gemeinsamen Rundgang durch das Parlament und einem Besuch auf der Bürgertribüne des Landtags folgte die mit Spannung erwartete Preisverleihung. Peter Toussaint, Mitglied der Chefredaktion der NRZ, begrüßte die Preisträger und ihre Begleiter. „Das Thema Ehrenamt passt auch zur Zeitung. Sie interessierten sich für das Geschehen vor Ihrer Haustür genau wie wir als Zeitung. Wer sich dann noch genau dort engagiert, leistet einen großen Beitrag zu einem guten Zusammenleben“, so Toussaint. Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ließ es sich nicht nehmen, den Preisträgern persönlich für ihren außergewöhnlichen Einsatz zu danken.

"Ihre Arbeit ist überlebenswichtig"

„Ihre Arbeit ist für unser Land Nordrhein-Westfalen überlebenswichtig“, sagte NRW-Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider (SPD). Millionen Menschen in NRW, so der Minister, engagieren sich ehrenamtlich. Viele in der Flüchtlingshilfe. „Die Arbeit dieser Menschen sehen viele nicht, weil sie es nicht öffentlich machen. Aber es freut uns sehr, mit diesem Preis der tollen Arbeit auch Gesichter geben zu können“, dankte Stifter Freddy Fischer den Preisträgern und fügte an: „Mit Ihnen über Ihre Arbeit zu sprechen, macht Mitgefühl und Liebe erlebbar.“

Der erste Preis

Die Entscheidung der Jury war knapp, aber am Ende der Beratung fiel sie doch einmütig: Der erste Preis geht an den FC Stoppenberg aus Essen. Der Verein kümmert sich vorbildlich um Flüchtlinge. Gullit Komba Okalo, Stürmer der 1. Mannschaft, hat zudem ein Extra-Training für die jungen Spieler eingerichtet. Er und seine Familie sind selbst vor 18 Jahren aus dem Kongo geflohen. Neu und fremd in Deutschland, hat er damals im Fußball Gemeinschaft erlebt. Jetzt gibt er seine Erfahrungen an die heutigen Flüchtlinge weiter.

Der zweite Preis

Theater begeistert oft nur ein begrenztes Publikum, doch das Theaterkollektiv „Ruhrorter“ trägt das Theater zu den Massen. Und damit eine Botschaft. Das Team rund um Adem Köstereli, Wanja van Suntum und Jonas Leonhard Tinius arbeitet gemeinsam mit Flüchtlingen und Asylsuchenden – und erzählt ihre Geschichten. „Kunst und Kultur ist etwas sehr Verbindendes. Sie bauen Brücken auf eine ganz besondere Weise“, dankte Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) den Theatermachern persönlich.

Der dritte Preis

Den dritten Preis teilen sich Eva Danner (li.) aus Hünxe und Janina Quanz aus Essen. Zwei Frauen, die durch persönlichen Einsatz in ihrem direkten Umfeld einen großen Beitrag zum Gelingen des Zusammenlebens liefern. Eva Danner unterstützt Flüchtlinge bei Behördengängen und den kleinen Unwägbarkeiten des Alltags, einen jungen Mann lässt sie sogar bei sich zu Hause wohnen. Janina Quanz unterstützt Flüchtlingskinder. In einer Unterkunft in Haarzopf gibt sie Kindern Deutschunterricht und spielt mit ihnen.

Die Extra-Anerkennung

Sozialpädagogin Hayat Ketfi ist in Moers die gute Seele für Flüchtlinge. Seit 2010 gehört sie zum Team des Bunten Tischs Moers und ist erste Ansprechpartnerin. Sie hilft Flüchtlingen nicht nur als Übersetzerin und Beraterin, sondern oft auch als Kummerkasten. „Obwohl sie viel mehr arbeitet als sie bezahlt bekommt, hat sie noch immer ein Lächeln im Gesicht“, sagt Jurymitglied Ibrahim Yetim über das außergewöhnliche Engagement von Hayat Ketfi. Dafür erhält sie Sonderpreis der Jury – um endlich auch mal Urlaub zu machen.

Sonderpreis des Unperfekthauses

Der Sonderpreis des Unperfekthauses von Stifter Reinhard Wiesemann (mi.) geht an das Berufskolleg für Technik in Moers. Die Schule will Flüchtlingsarbeit nachhaltig gestalten und gibt jungen Flüchtlingen, die eigentlich nicht mehr schulpflichtig sind, eine besondere Perspektive. Sie dürfen am Unterricht teilnehmen und sich fortbilden. Im kommenden Schuljahr wollen Schulleiter Josef Nießen (2.v.l.), sein Stellvertreter Peter Dischhäuser (re.) und das Kollegium sogar eine ganze Klasse für Flüchtlinge einrichten.

Sonderpreis des Linus-Hotels

Für ein besonderes Projekt stiftete zudem Ingo Wichmann (mi.) einen besonderen Preis. Ausgezeichnet mit dem Sonderpreis des Linuxhotels wurde der VIA-Bundesverband, der mit einer besonders pfiffigen Idee einen Mehrwert schaffen will. Die „Refugees Welcome Map“ zeigt als Online-Landkarte, wo in Deutschland es welche Hilfsangebote für Flüchtlinge gibt. Die Karte, an der Heinz Soremsky (li.) und Eva Glaum arbeiten, zeigt die beeindruckende Bandbreite der Flüchtlingshilfe – und hilft den Helfern, sich noch besser zu vernetzen.