Aufstand der Zwerge
04.12.2007 | 19:09 Uhr 2007-12-04T19:09:36+0100WIRTSCHAFT. Krefeld verkauft morgen 49 Prozent seines Rheinhafens an die Neuss-Düsseldorfer Häfen. Der Duisburger Hafen sucht neue Partner.
KREFELD. Lange wurde - auch mit juristischen Mitteln - um den Krefelder Rheinhafen gerungen. Jetzt ist es perfekt. Morgen werden die Verträge für den Verkauf der Minderheitsbeteiligung (49 %) an die Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH unterzeichnet. Gegen die Entscheidung des Krefelder Rats hatten die Duisburger Häfen, die auch einsteigen wollten, Beschwerde eingelegt, waren aber vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gescheitert.
Die neue Hafengesellschaft, die nicht mehr als Eigenbetrieb der Stadt, sondern als privatwirtschaftliches Unternehmen geführt werden soll, hat ehrgeizige Pläne: "Innerhalb des ersten halben Jahres soll das Containerterminal wieder seinen Betrieb aufnehmen. Wir wollen an den wachsenden Warenströmen in diesem Segment teilhaben", erklärte Elisabeth Lehner, Geschäftsführerin des Rheinhafens. Das sei aber nicht als Konkurrenz zu Logport zu verstehen. Nur zehn Kilometer weiter nordöstlich haben die Duisburger Häfen 2002 einen großen Containerumschlag in Betrieb genommen.
"Die neue Allianz muss dem Duisburger Hafen keine Sorgen bereiten", betont auch Werner Kühlkamp, Verkehrsexperte der IHK Niederrhein. "Dazu sind die Kapazitäten zu klein." Zum Vergleich: Während in Duisburg im Jahre 2005 49 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen wurden, kamen Neuss und Düsseldorf gemeinsam auf 9,7 Millionen, Krefeld auf 3,4 Millionen Tonnen. Auf lange Sicht, so Kühlkamp, gerate der Duisburger Hafen aber an Kapazitätsgrenzen. Innerhalb der Stadt sei nur wenig Spielraum. Daher müsse eine Expansion außerhalb der Stadtgrenzen erfolgen. "Der Lippemündungsraum könnte zum Beispiel ein idealer Partner sein", so Kühlkamp.
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