Auf den Wardter Wiesen
06.10.2011 | 20:45 Uhr 2011-10-06T20:45:00+0200
Xanten. Eigentlich wollte Kim Bergevoet nur als Kellnerin auf dem Xantener Oktoberfest jobben. Jetzt ist die 23-Jährige Friseurin aus Kleve auf Anhieb Wiesn-Madl 2011 geworden und betreut auf der Nordsee-Wiesen am Freizeitzentrum Xanten Gäste.
Langweilig wird ihr dabei aber kaum werden, denn das 3750 Personen fassende Festzelt ist an den kommenden drei Oktoberwochenenden freitags und samstags völlig ausgebucht. Dabei gibt’s für die Friseurin nach der harten Arbeitswoche im Salon eine Menge zu lächeln. Dabei sind die Tickets nicht unbedingt zum Sparpreis erhältlich. Mindestens 26 Euro müssen die Damen und Herren im Dirndl und in der Krachledernen bezahlen.
Dafür wird eine warme Mahlzeit, eine Maß Bier und ganz viel Musik geboten. „Die Obernbayernband kommt direkt aus München an den Niederrhein“, verrät Wilfried Meyer, Betriebschef des Freizentrums Xanten. Wer nach der Maß noch nicht genug hat, darf sich damit trösten, dass der Liter Bier in München auf der Theresienwiese viel teurer ist. Dort werden bis zu 9,20 Euro für die Maß fällig. Wenn’s denn wirklich eine Maß ist. Am Niederrhein fließt der Liter „Fischers hell“ (Tochter von Erdinger) günstiger durch den Zapfhahn. Vielleicht werden deshalb während der drei Festwochenenden 75000 Liter Bier gezapft. Eine ganze Menge für insgesamt 30 000 Besucher.
Staunend schaute gestern Pater Josef Mathew dem bajuwarischen Treiben zu. Der Inder ist als Kaplan an St. Marien in Wachtendonk tätig und besuchte gestern gemeinsam mit seiner Gemeindemitgliedern das Seniorenoktoberfest in Xanten. „Sehr schön hier“, sagt der 37-Jährige, der aber eher Gefallen am deutschen Kuchen und Keksen fand statt an Bier und Haxen.
Ähnlich exotisch klingen für den Pater die Klänge der drei Ruhrpottsteirer, die allerdings zu zwei Dritteln vom Niederrhein kommen. Das hält sie allerdings nicht davon ab, zum bayrischen Oktoberfest original Oberkrainer Musik zu spielen. Macht aber auch nichts. Oder wie der Bayer sagt: „Mia san mia.“
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