Auf den Spuren der Weltkriege

Am Niederrhein..  Über die beiden Weltkriege und auch den Kalten Krieg ist längst viel Gras gewachsen. Gut so. Und doch ist manches Relikt aus der Vergangenheit, die noch gar nicht allzulange her ist, sehenswert. Weil vor Ort der Wahnsinn der schlechten alten Zeit sichtbar wird.

73 sehenswerte Boden- und Baudenkmäler sind in dem Geländeführer „Archäologische Kriegsrelikte im Rheinland“ aufgeführt, herausgebeben vom Landschaftsverband Rheinland, erschienen im Klartext-Verlag.

Der Niederrhein war viele Jahrhunderte lang ein hart und immer wieder umkämpfter Kriegsschauplatz. Das lag natürlich auch an den unnatürlich gezogenen Grenzlinien, die Könige und Herzöge, Politiker und Verwaltungsbeamten hier markierten. Die Gründe für die beiden Weltkriege und den Ost-West-Konflikt lagen freilich woanders – doch ihre Spuren sind noch heute in der Landschaft zu finden.

Offensichtliche wie der ehemalige Militärflughafen in Weeze (heute Startrampe in den Urlaub), das Munitionsdepot in Kevelaer oder die Ehrenfriedhöfe in Kleve und Rheinberg. Weniger augenscheinliche wie Feldstellungen des Ersten Weltkrieges in Emmerich, die Feuerleitstelle in Sonsbeck oder der Notlandeplatz auf der Autobahn 57 bei Alpen.

„Die Kriegsrelikte sind Zeugnisse für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts“, so Thomas Schleper, Leiter des LVR-Verbundprojektes „1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ – daraus ging die Arbeit zu diesem ungewöhnlichen Gelände- und Geschichtsführer hervor.

Die fünf Autoren des Buches erklären kurz und verständlich den jeweiligen Ort und geben weiterführende Lesetipps. Kleine Karten helfen bei der Planung des eigenen Besuchs mit dem Auto oder per Rad.

Kurz: Das Buch ist eine Anleitung, um die Vergangenheit ein Stück weit selbst zu erfahren.