Alles bleibt anders

Amsterdam..  Alles bleibt anders! Auch den Niederlanden sind pünktlich mit dem Silvesterfeuerwerk etliche Veränderungen in Kraft getreten, die den Nachbarn finanzielle Einbußen bescheren und sich auf das Haushaltseinkommen der Niederländer auswirken. Das berichtet Niederlande Net - ein Projekt der Universität Münster. Auf höhere Kosten müssen sich Piet und Frau Antje demnach zunächst bei Verbrauchssteuern einstellen. Die wird für eine Packung Zigaretten oder Tabak wird um 9 Cent erhöht. Kraftstoffe wie Benzin, Autogas oder Erdgas werden um rund einen Cent teurer. Aber nicht nur an der Tankstelle werden Reisende und Pendler kräftiger zur Kasse gebeten, auch für die Benutzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehr müssen die Kunden tiefer ins Portemonnaie greifen: Zugtickets werden rund zwei Prozent teurer. Wie eine Stiftung jüngst berechnete, wird die Kaufkraft einer niederländischen Durchschnittsfamilie 2015 aber trotzdem um rund 0,75 Prozent ansteigen – unter anderem dank der niedrigeren Inflation.

Autofahrer erwarten zudem strengere Strafen für wiederholtes rüpelhaftes Verhalten im Straßenverkehr. Derjenige, von dem eine potenzielle Gefahr durch störendes Verhalten wie zum Beispiel das Negieren eines Stoppsignals der Polizei oder die unrechtmäßige Benutzung der Standspur auf der Autobahn ausgeht, kann nun direkt strafrechtlich verfolgt werden. Bislang kamen derartige Wiederholungstäter mit einer Geldbuße und damit oft anonym davon. Aber auch normale Autofahrer müssen sich umstellen: Sie erwarten 14 neue Verkehrsschilder, die vor allem deutlicher angeben sollen, auf welchen Fahrstreifen Straßenbahnen und Busse, aber auch Lkws fahren dürfen.

Den gesetzlichen Mindestlohn kennen die Niederländer schon länger. Er steigt für Angestellte ab 23 Jahren von 1492 Euro auf 1502 Euro pro Monat oder umgerechnet rund 69 Euro pro Tag. Topverdiener aus dem öffentlichen Sektor (Bildungseinrichtungen, Wohnungsbaugenossenschaften) dürfen dagegen seit dem 1. Januar nur noch maximal so viel wir ein Minister verdienen – insgesamt 178 000 Euro pro Jahr und damit 52 000 Euro weniger als noch 2014. Ältere Arbeitnehmer müssen ab 2015 zudem einen Monat länger bis zur Pensionierung arbeiten. Sozialleistungen der gesetzlichen Altersvorsorge werden erst nach 65 Jahren und drei Monaten gezahlt.

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