Neugeborenes zum Sterben zurückgelassen: Acht Jahre Haft

Eine 22-jährige Dortmunderin hat im Oktober 2014 ihr Baby unmittelbar nach der Geburt in einem schmutzigen Keller zum Sterben zurückgelassen. Am Donnerstag wurde die Frau vom Dortmunder Schwurgericht wegen Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte die Angeklagte die Tat eingeräumt. "Ich wollte das Kind von Anfang an nicht", sagte sie den Richtern. Andere Optionen wie die Babyklappe oder eine anonyme Geburt habe sie jedoch abgelehnt. Nach Angaben der Familie hatte die Angeklagte die Schwangerschaft bis zuletzt abgestritten.

Dortmund.. Die 22-Jährige hat bereits drei Söhne. Diese waren vom Jugendamt nur wenige Wochen vor der Tat aus der Familie geholt worden. Im Kindergarten hatte sich bei einem der Jungen der Verdacht der Misshandlung erhärtet. Diesen Vorwurf wies die Angeklagte im Prozess jedoch zurück. "Er hat sich öfter mal selbst verletzt", behauptete sie. Eine Psychiaterin stellte bei der 22-Jährige im Rahmen einer eingehenden Untersuchung deutliche Persönlichkeits-Auffälligkeiten fest. Diese würden jedoch noch nicht den für eine verminderte Schuldfähigkeit erforderlichen Grad erreichen, sagte sie.