Nackte Tatsachen

Meine zugegeben spärlich von Fakten bekleideten Recherchen an Badestränden und ähnlichen Orten haben ja schlicht ergeben, dass sich als erstes jene Menschen ausziehen, an deren nackten Tatsachen man das geringste Interesse hat. Da lobe ich mir die Nackten in der Kunst. Die meisten Maler wählen doch Menschen als Motiv, die man gern länger anschaut, um die Kunstsprache auf sich wirken zu lassen.

Das ist zweifelsohne auch bei der verdienstvollen Ausstellung „Das nackte Leben: Bacon, Freud, Hockney und andere“ der Fall, die noch bis zum 22. Februar im Westfälischen Landesmuseum in Münster zu sehen ist. Dort hat man jetzt sogar erstmals eine besondere Führung angeboten. Gegen Voranmeldung und unter Ausschluss weiterer Gäste besichtigten 61 Naturisten die Bilderschau. Das sind Menschen, die möglichst gern und oft hüllenlos durchs Leben gehen.

Was offenkundig, das Bild des Landschaftsverbandes zeigt es, für die Museumsführerin nicht galt. Naturisten-Sprecher Helmut Schultze nahm hingegen kein Blatt vor den Mund, als es um eine treffliche Begründung fürs nackte Gucken der Akte ging. Bekleidet im Museum Akte gucken „das wäre doch Voyeurismus...“