Nach Lobbyismus-Kritik verlässt Collin-Langen RWE-Beirat

Nach Lobbyismus-Vorwürfen will die rheinland-pfälzische CDU-Europaabgeordnete Birgit Collin-Langen den Beirat des Energiekonzerns RWE verlassen. Die ehemalige Binger Oberbürgermeisterin bestätigte entsprechende Angaben in Medienberichten. "Ja, ich werde aus dem Beirat von RWE ausscheiden, um jeglichen Anschein eines Interessenkonfliktes zu vermeiden", sagte Collin-Langen am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Tatsächlich gebe es aber gar keine Interessenkonflikte zwischen ihren Tätigkeiten im RWE-Beirat und im Umweltausschuss des Europaparlaments.

Mainz.. Der Verein LobbyControl hatte Collin-Langen vorgeworfen, Politik im Sinne von RWE zu machen. Im Umweltausschuss des Europaparlaments habe sie in der Klimadebatte Änderungsanträge zum Handel von CO2-Emissionszertifikaten gestellt, die RWE hätten nützen können. Die Binger Ex-Oberbürgermeisterin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, die Anträge mitunterzeichnet zu haben, wies aber eine angebliche Verknüpfung mit Vorteilen für RWE zurück.

LobbyControl bezeichnete Collin-Langens angekündigten Rückzug aus dem RWE-Beirat als erfreulich. Zugleich kritisierte der Verein: "Nach wie vor sitzen Abgeordnete mit problematischen Nebentätigkeiten im EU-Parlament." Collin-Langen sei kein Einzelfall.