Essen

Meteorologen warnen vor glatten Straßen im Revier

Schnee im Westen. Auch Mülheim liegt am Samstag unter einer Schneedecke.
Schnee im Westen. Auch Mülheim liegt am Samstag unter einer Schneedecke.
Foto: Oliver Müller/Funke FotoServices
Was wir bereits wissen
Wintereinbruch im Ruhrgebiet. Auf den Autobahnen kam es zu zahlreichen Unfällen. Meteorologen warnen vor allem in der Nacht vor glatten Straßen.

Essen. Mit Schneeschauern und heftigen Windböen hat sich der Winter am Samstag in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens eher ungemütlich präsentiert. Überall im Revier habe es am Samstag geschneit, sagt Roland Vögtlin von der Meteogroup in Bochum. Erst am Abend legte sich der Schneefall.

"Allerdings dürfte nur wenig Schnee liegen blieben. Im Ruhrgebiet ist es dafür leider zu warm", sagt der Meteorologe.

In Winterberg hingegen wurden am Samstag immer mehr Skilifte geöffnet. Am Nachmittag waren rund 15 Lifte in der Wintersport-Arena in Betrieb. Das sei "noch nicht das Topangebot", sagte eine Sprecherin. "Aber es wird". Zwar schneie es den ganzen Tag leicht, aber es komme nicht so viel Schnee herunter. Deshalb seien auch die Beschneiungsanlagen in Betrieb.

Tourismus Zahlreiche Schneeunfälle

Doch der Schnee sorgte auch für gefährliche Straßen. Auf den Autobahnen rund um Düsseldorf gab es laut Polizei bis zum Nachmittag 35 Unfälle. Die Dortmunder Autobahnpolizei spricht von 28 Unfällen in ihrem Gebiet. Vor allem im Sauerland hätten die glatten Straßen für Probleme gesorgt. Auf der A45 kam es immer wieder zu kleineren Staus, weil Lkw sich quer stellten.

Insgesamt zählte die Polizei bis Samstagmittag auf den Straßen und Autobahnen in NRW rund 340 Unfälle mit insgesamt 26 Verletzten. Die Leverkusener Rheinbrücke der A1 musste für eine Viertelstunde gesperrt werden, weil gefährliche Eiszapfen an den Drahtseilen der Brücke beseitigt werden mussten.

Schwere Unfälle gab es allerdings zunächst nicht. "Die Autofahrer waren sehr vernünftig", heißt es von der Dortmunder Autobahnpolizei.

Warnung vor gefrierender Nässe

Gefährlich dürfte die Nacht zum Sonntag werden. "Die Straßen sind nass und die Temperatur wird wieder unter den Gefrierpunkt fallen. Da müssen wir mit gefrierender Nässe rechnen", sagt Meteorologe Roland Vögtlin von der Meteogroup in Bochim.

Auch der Flugverkehr stand im Zeichen des Wintereinbruchs. So kam es dann Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn am Samstag zu Verspätungen. Bei der Bahn mussten am Morgen einige Strecken kurzzeitig gesperrt werden. Bis zum Nachmittag fuhren aber alle Züge wieder weitgehend nach Plan.

Auch in den kommenden Tage ist wieder mit Schnee zu rechnen. "Am Montag und Dienstag dürfte es auch im Ruhrgebiet erneut schneien", sagt Vögtlin.

Schneefall und starke Böen in Teilen Deutschlands

Auch im Südwesten hat der Winter mit kräftigen Schneefällen und orkanartigen Windböen Einzug gehalten. Doch auch im sächsischen Erzgebirge und auf dem Brocken im Harz liegen bis zu 15 Zentimeter Schnee. In den kommenden Tagen kann es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in allen Regionen Deutschlands hin und wieder schneien - begleitet von Dauerfrost. Erst für die Tage nach Silvester erwarten die Experten, dass der Schneefall nachlässt und die Temperaturen über den Nullpunkt klettern.

Schnee Dicke Schneeschicht in Baden-Württemberg

Über weite Teile Baden-Württembergs legte sich über Nacht eine dicke Schneeschicht. An manchen Stellen verwandelten sich nasse Straßen und Wege in spiegelglatte Eisflächen, teils lag auch rutschiger Schneematsch. Auf der Autobahn 8 bei Stuttgart standen Autofahrer nach Angaben des Verkehrswarndiensts wegen vereister Fahrbahn über 16 Kilometer im Stau.

Der Wetterdienst warnte vor Schneebruch - Äste oder ganze Bäume knicken dann unter der Last des Schnees ein. Wegen Orkanböen auf dem Feldberg und Schneeverwehungen in Höhenlagen der Schwäbischen Alb werde Wintersportlern und Wanderern zur Vorsicht geraten: "Der starke Wind kann einen schon umpusten. Ich würde noch ein paar Tage warten", sagte Meteorologin Magdalena Bertelmann in Offenbach. Denn der Winde werde nachlassen.

Vorsicht vor Schneeverwehungen

Vom westlichen Thüringen bis ins sächsische Erzgebirge wird es in den kommenden Tagen immer wieder schneien, wie eine DWD-Sprecherin in Leipzig sagte.

Autofahrer müssten sich vor allem im Bergland vor Schneeverwehungen und Glätte in Acht nehmen. Eisflächen dürfen nicht betreten werden. (dpa/we)