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Mehr Jugendliche landen volltrunken in NRW-Kliniken

17.01.2012 | 17:27 Uhr
Mehr Jugendliche landen volltrunken in NRW-Kliniken
Immer mehr Jugendliche in NRW trinken so hemmungslos, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Foto: ddp

Düsseldorf.   Erschreckende Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums: Die Zahl der Jugendlichen, die volltrunken in eine Klinik eingeliefert wurden, hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Ministerin Steffens kritisierte, dass die Risiken des Alkoholkonsums „oftmals verkannt und verdrängt werden“.

Die Zahl der volltrunken in NRW-Kliniken eingelieferten Jugendlichen hat sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) bezeichnete die Zunahme gegenüber unserer Zeitung als „alarmierend“. 2010 mussten 4415 Jugendliche unter 18 Jahren in NRW wegen Alkoholmissbrauch stationär behandelt werden – ein Anstieg zu 2005 um 52,6 Prozent.

Selbstbewusste Kinder weniger suchtgefährdet

Sogar um 60 Prozent erhöhten sich die Einweisungen junger Männer mit Alkoholvergiftung zwischen 18 und 25 Jahren. In 4992 Fällen mussten Ärzte nach Alkoholmissbrauch eingreifen. Ministerin Steffens kritisierte, dass die Risiken des Alkoholkonsums „oftmals verkannt und verdrängt werden“. Gemeinsam mit den Kommunen habe NRW deshalb die Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholmissbrauchs bei Kindern und Jugendlichen verstärkt, erklärte die Ministerin. „Kinder, die früh lernen, selbstbewusst auch mal nein zu sagen, sind meist weniger suchtgefährdet als andere.“

Ein erster Hoffnungsschimmer zeichnet sich allerdings ab: Zumindest die weitere Zunahme der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen konnte 2010 im Verhältnis zu 2009 in NRW gestoppt werden. Bei den 18- bis 25-Jährigen stagnierte die Zahl bei knapp 5000, bei den unter 18-Järigen ging sie von 4601 sogar leicht auf 4415 zurück. Gezählt werden alle stationär eingelieferten Patienten einschließlich der „Stundenfälle“, die bereits am Einlieferungstag wieder entlassen werden.

Wilfried Goebels



Kommentare
18.01.2012
08:33
Mehr Jugendliche landen volltrunken in NRW-Kliniken
von The_Rebel | #7

Hoffentlich können all die Verantwortlichen noch ruhig schlafen angesichts solcher Zahlen. Einen "Bodensatz" wird es immer geben, aber das ist mittlerweile anders. Mit Einsicht , Verantwortungsgefühl und freie Entwicklungsmöglichkeit des Individuums scheint es nicht zu klappen, diese gesellschaftlich legitimierte Droge in den Griff zu kriegen.Vielleicht sollte man sich mal die russischen Probleme vor Augen führen, dann weiß man, wo der Zug hingehen kann.Da bin ich doch eher für ein bißchen weniger Freiheit und ein bißchen mehr Gesundheit.

17.01.2012
21:31
Mehr Jugendliche landen volltrunken in NRW-Kliniken
von soulseeker | #6

Warum muss das eigentlich immer die Krankenkasse löhnen? Ich denke, man könnte das Problem durchaus eindämmen, wenn die Eltern den Krankenhauseinsatz aus der eigenen Tasche zahlen müssten.

Prost.

17.01.2012
20:47
Wäre Frau Steffens konsequent
von sprichdichaus | #5

Wäre Frau Steffens im Kampf gegen den Alkoholismus bei Jugendlichen und Kindern genauso konsequent wie bei dem Nichtraucher Schutzgesetz könnte man ihr großen Respekt zollen. Alkoholismus ist eine sehr ernst zu nehmende Sache und gehört eigendlich öffendlich diskutiert und nicht als Lapalie unter den Teppich gekehrt was meist aus Schamgefühl gemacht wird weil viele Menschen selbst oder in ihrer nächsten Umgebung davon betroffen sind. .

17.01.2012
19:50
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.01.2012
19:50
Luftnummer
von Jarok | #3

@Cobinson
Finde Diskriminierung grundsätzlich falsch! Kann aber auch ihren Unmut nachvollziehen. Nur...wenn eine Droge dementsprechend offiziell verteuert werden sollte schränkt das noch lange nicht deren Konsum ein. Bekommt man doch ab und zu mit, diese Meldungen über schwere Vergiftungen bzw. Todesfälle durch gepanschtes Zeug! Egal welches Zeug! Hier gehts um Geld! Geld der Alk-Industrie, der Steuerbehörden, der Werbeindustrie die es mit Wohlwollen sieht wenn wir uns solche Artikel und die nebenstehenden Anzeigen gleich mitdurchlesen ;)

17.01.2012
19:04
Mehr Jugendliche landen volltrunken in NRW-Kliniken
von An77 | #2

Einwerfen sollte man aber, daß eine vielzahl der Teenager eigentlich gar nicht ins Krankehaus müßte, sondern einfach nur ins Bett.
Aus eigener Erfahrung hab ich ich Kids gesehen, wo entweder die Eltern/Angehörigen einfach nur völlig überfordert/ängstlich waren (ein Phänomen, daß nicht nur bei Alkohol sondern bei jedem "Wehwechen" zunimt), oder einfach keine Lust hatten sich derer anzunehmen.
Zu meiner Jugendzeit haben wir "volle" Kolegen nach Hause, oder ins eigene Bett gebracht. Heute muß ja alles sofort ins Krankenhaus....

Was natürlich nicht darüberhinweg täuschen soll, daß es in der Tat immer größer werdenen Problem mit Alkohol gibt. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Volksdroge Nr.1 ist und bleibt das A und O dagegen.
Hoffnungsschimmer ist die Tatsache das nahezu überall, wo ich einkaufen gehe, tatsächlich Alterskontrollen durchgeführt werden. Hab ich früher selten erlebt.

17.01.2012
17:55
Mehr Jugendliche landen volltrunken in NRW-Kliniken
von Cobinson | #1

Die Raucher diskriminiert man, die Trinker lässt man in Ruhe.
Rauf mit den Preisen!
Eine Flasche Bier muss 10 EURO kosten, Schnaps entsprechend - dann sehen wir weiter.

1 Antwort
Mehr Jugendliche landen volltrunken in NRW-Kliniken
von MeidericherJung | #1-1

Um Gottes willen, 10 Euro ein Bier????
Ich finde, dass sich die Gesellschaft in den letzten 15 Jahren sehr zum Nachteil entwickelt hat. Nicht nur mit dem trinken. Auch unterlassene Hilfeleistung, Respekt etc, gibt es nur noch in seltenen Fällen. Es hängt auch an der Erziehung, die nämlich sehr wenige ihren Kinder beibringen. Moralische Werte etc. Wenn beispielsweise in Deutschland der Schnappes und Bierchen teurer wird, dann fährt man halt nach Holland und holt sich da das Zeug. Dann hat man sogar Bierdosen und braucht sich nicht mit dem Pfand rumärgern ;-P

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