Massenhaftes Küken-Töten geht weiter

Minden..  Weil sie fürs Eierlegen naturgemäß nicht geeignet sind und bei einer Mast weniger Fleisch ansetzen als andere Rassen, hat die Geflügelzucht für männliche Eintagsküken aus Legelinien keine Verwendung. Vergast und geschreddert: 50 Millionen solcher Küken werden Jahr für Jahr in Deutschland getötet. Als erstes Bundesland hatte NRW diese Tötung verboten. Doch ein Erlass von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) kann nicht vollzogen werden. Das Verwaltungsgericht Minden ist da nun reingegrätscht (Az 2K80/14 und 2K83/1).

Die Richter sprechen von einem „erheblichen Eingriff in die Berufsfreiheit der Brüter“ und sehen diesen durch das Tierschutzgesetz nicht gedeckt. Sie rügen zudem die eingeräumte Übergangsfrist von einem Jahr als unangemessen kurz. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles haben sie eine Berufung am Oberverwaltungsgericht zugelassen. Minister Remmel will sich mit der Massentötung von Küken nicht abfinden. „Tiere sind kein Abfallprodukt“, sagt der Grünen-Politiker. Sein Ministerium strebt nun ein Grundsatzurteil an und will in die nächste Instanz gehen.

Das Mindener Gericht hatte zwei Fälle zu verhandeln. Diese beiden Entscheidungen jetzt bilden den Auftakt für einen ganzen Gerichtsreigen. Elf von landesweit zwölf Brütereien hatten gegen den Remmel-Erlass geklagt. Das Ministerium stützt sich mit seinem Erlass auf eine Einschätzung der Staatsanwaltschaft Münster, die für das Töten der männlichen Küken keinen Grund und damit einen strafbaren Verstoß gegen den Tierschutz sieht.