Manni, Mörder und Mallorca

An Rhein und Ruhr..  Auf seiner privaten Internetseite warnt er gleich alle ganz energisch, wie er bitte unter gar keinen Umständen angesprochen werden möchte. Die bösen, verbotenen Worte lauten: „Na, Manni, wie isset denn so als Rentner?“ Ich kann es nicht mehr hören! schnauzt er darauf in Großbuchstaben zurück und hat ja auch recht: Denn Manfred Breuckmann ist zwar seit fast vier Jahren ganz offiziell im Ruhestand, aber das gilt nur fürs Radio-Dasein, sonst ist der Mann ja kregel wie eh und je. Letzter Beweis: ein Kriminalroman, „Schnee am Ballermann“. Wer’s nicht glaubt, kann hören. Die NRZ verlost Karten für eine Lesung (siehe Kasten).

Streng genommen ist es gar nicht sein erster Krimi. „Schon 1988 habe ich ‘Rote Karte für Pommes’ geschrieben.“ Aber da ging’s natürlich, wie der Titel erahnen lässt, auch und gerade um Fußball, den Sport, dem Breuckmann seine Popularität verdankt. Die Geschichte damals spielte in der Bundesliga-Szene des Reviers, jetzt hat er die Handlung ziemlich weit weg von der Ruhr an einen besonders schönen Ort verlegt: Cala Figuera an der Ostküste Mallorcas, ein Fischerdorf, für das die Reiseführer stets und gerne das Wort „pittoresk“ benutzen.

Zur Handlung nur so viel: Es wird ordentlich gemordet, auch gleich zu Beginn. Da wird Talea erschlagen, die Schöne aus Paraguay, von Frank, dem Rockmusiker aus Gelsenkirchen-Buer. Dabei hatte Frank das Mädchen doch erst vor einigen Wochen aus dem Meer gefischt... Gleich an der Küste, nahe Cala Figuera, dort, wo das verlassene Haus steht....

Hein Driessen lockte ihn

„Das verlassene Haus hatte ich früher bei einem längeren Urlaub gesehen.“ Der Anblick des skurrilen Gebäudes warf bei Breuckmann die Fantasie-Maschine an. Die Handlung nahm ihren Lauf. Als dann vor einiger Zeit sein Verlag verkündete, es neben dem Sachbuch doch auch mal auf dem gut besuchten Krimi-Markt zu versuchen, stand für Manni fest: „Ich bin dabei.“ Im vergangenen Herbst schrieb er das Buch, seit einigen Wochen ist es auf dem Markt.

Mallorca als große Urlaubsliebe? Wie kam’s denn dazu? „Lange her.“ Aber Breuckmann erinnert sich noch sehr gut. „Hein Driessen, der Maler aus Emmerich, hatte sich im Radio an einem Wettbewerb beteiligt, bei dem es um dumme Politikwerbung ging. Driessen beteiligte sich mit ‘Freies Frühstück für freie Bürger’ und gewann. Beim Gespräch lud er mich dann nach Mallorca ein. Er hatte ein Atelier in Cala Figuera. Das war 1987. Ich bin dann auch hin.“ Und ward fortan verzaubert von der Insel. „2009, während der passiven Altersteilzeit, habe ich zehn Monate dort gelebt, 2013 auch noch mal fünf Monate. Und immer wieder zwischendurch.“

So kennt er also gut die Orte, an denen er meucheln lässt. Und die Typen, ob Täter oder Opfer. „Ich hab die Geschichte im Milieu der deutschen Residenten angesiedelt, aber nicht dem der Schönen und Reichen.“ Darüber spricht er auch gern auf seinen Lesungen, über die Insel, über sein Reporter-Leben, und kein Sterbenswörtchen über Fußball? „Ach ja, nein doch. Manni Breuckmann ganz ohne Fußball? Geht nicht.“ mam/