Das aktuelle Wetter NRW 21°C
Messerattacke

Mann ersticht Jobcenter-Mitarbeiterin in Neuss

26.09.2012 | 10:57 Uhr
Jobcenter-Mitarbeiterin ist in Neuss durch ein Messer tödlich verletzt worden. Die Polizei sichert den Tatort.

Neuss.  Eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Neuss ist am Mittwoch niedergestochen worden und im Krankenhaus gestorben. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und wird derzeit vernommen. Die Frau hinterlässt Mann und Kind. Erst am Dienstag hatte sie an einem Deeskalationstraining teilgenommen.

Eine Mitarbeiterin des Jobcenter Neuss ist am Mittwochmorgen von einem Mann niedergestochen worden. Die 32-jährige Frau erlag ihren schweren Verletzungen wenig später im Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Wie die Polizei mitteilt, wurden die Beamten um 9.05 Uhr zur Job-Agentur an der Stresemannallee gerufen. Arge-Mitarbeiter gaben an, dass eine Kollegin durch Messerstiche schwer verletzt worden sei. Die Frau wurde sofort von einem Notarzt versorgt und konnte zunächst wiederbelebt werden. Im Krankenhaus erlag sie jedoch wenig später ihren schweren Verletzungen.

Der mutmaßliche Täter konnte in unmittelbarer Nähe des Tatorts festgenommen werden. Laut Polizei handelt es sich um einen 52-jährigen Mann, der in Neuss wohnt.

Frau hinterlässt Mann und Kleinkind

Die Geschäftsführerin des Jobcenters im Rhein-Kreis Neuss, Wendeline Gilles, äußerte sich nach der Tat sehr betroffen. Die getötete Mitarbeiterin habe seit vier Jahren im Jobcenter Neuss gearbeitet und hinterlasse ihren Ehemann und ein Kleinkind.

"Natürlich gibt es Menschen, die mit Aggressionen zu uns kommen. Dafür haben wir viel Verständnis", so Wendeline Gilles. Genau aus diesem Grund besuchten die Mitarbeiter der Behörde regelmäßig sogenannte Deeskalationstrainings, die mit Unterstützung der Polizei angeboten würden. Die getötete Kollegin habe erst gestern ein solches Training absolviert.

Wie die zuständige Düsseldorfer Staatsanwältin Britta Zur sagt, sei die 32-Jährige schon seit längerem die Sachbearbeiterin des mutmaßlichen Täters gewesen. Der Mann habe keinen Termin gehabt. Die Situation sei im Gespräch eskaliert. Weil es aber keine unmittelbaren Zeugen gibt, sei bislang völlig unklar, warum es zur Eskalation kam. Zurzeit ist die Spurensicherung vor Ort.

Jobcenter-Mitarbeiterin stirbt nach MesserattackeStepMap


Mitarbeiterin nahm am Dienstag an Deeskalationstraining teil

Der 52-Jährige sei mit der Frau allein in ihrem Büro gewesen. Als Kollegen im Nebenraum vermutlich verdächtige Geräusche hörten, setzten sie einen Alarm ab. Um bei Übergriffen schnell Hilfe zu holen, können die Jobcenter-Mitarbeiter eine bestimmte Tastenkombination auf ihrer Tastatur drücken, erklärt Wendeline Gilles. Warum die Frau das nicht selbst tat, ist unklar.

Mutmaßlicher Täter wird dem Haftrichter vorgeführt

Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei noch am Tatort festgenommen. Er habe keinen Widerstand geleistet. Er wird derzeit vernommen und noch heute dem Haftrichter vorgeführt. Zudem soll heute die Leiche der Frau obduziert werden.

  1. Seite 1: Mann ersticht Jobcenter-Mitarbeiterin in Neuss
    Seite 2: Seelsorger kümmern sich um Kollegen der Jobcenter-Mitarbeiterin

1 | 2



Aus dem Ressort
Baukran stürzt auf Wohnhaus in Köln - Mann leicht verletzt
Unfall
Ein Mann ist in der Nacht zum Freitag in Köln leicht verletzt worden, als ein Baukran auf ein Wohnhaus stürzte. Der Mann wurde dabei vom eingestürzten Dach eingeklemmt. Fünf weitere Personen musste die Feuerwehr ebenfalls retten. Der Kran stand erst seit Donnerstag in unmittelbarer Nähe des Hauses.
U-Bahn in Gelsenkirchen entgleist - Mehrere Verletzte
Zugunglück
In Gelsenkirchen ist eine Straßenbahn der Bogestra entgleist. Dabei erlitten zwei Person schwere und zwei Personen leichte Verletzungen. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Die Ursache ist bislang noch unklar. Der Straßenbahnverkehr zwischen Hauptbanhof und Heinrich-König-Platz wurde ausgesetzt.
Verteidiger greifen Gutachten zum Loveparade-Unglück an
Loveparade-Katastrophe
Bei den Ermittlungen zur Loveparade-Katastrophe haben Gutachten eine große Rolle gespielt. Jetzt zweifeln mehrere Verteidiger ein zentrales Gutachten inhaltlich und formal an. Eine Expertin soll befangen gewesen sein. Unterdessen lässt die Entscheidung über einen Prozess weiter auf sich warten.
Leerstehende Klinik soll in Duisburg Asylunterkunft werden
Asylunterkunft
Die Stadt Duisburg und die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg suchen weiter mit Hochdruck an einer alternativen Flüchtlingsunterkunft in Duisburg. Die umstrittene Zeltstadt in Walsum soll nach Möglichkeit nicht bezogen werden. Das leerstehende St. Barbara-Krankenhaus ist wieder im Gespräch.
Kämmerer verhängt die Haushaltssperre über Hagen
Ratssitzung
Der neue Rat der Stadt ist gerade erst im Amt und Würden, da muss er schon einen herben Rückschlag verkraften. Nach dem Einbruch der Gewerbesteuer verhängte Kämmerer Christoph Gerbersmann eine Haushaltssperre. Die Stadt muss mit insgesamt 18 Millionen Euro weniger planen.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Fotos und Videos
Rheda-Wiedenbrück von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Lippstadt aus der Luft
Bildgalerie
von oben