Mahlzeit? Mahlzeit!

Kann es etwas Deutscheres geben als den Gruß „Mahlzeit“? Aber ja! Die Mahlzeit im Sinne der Steuer- und Abgabenordnung des Bundesfinanzministeriums. Nun liest die nicht jeder, dafür gibt es Fachleute, beispielsweise beim Bund der Steuerzahler (BdSt), die aus der Verordnung dann Rezepte fürs tägliche Leben erstellen, die unsereins unmittelbar nachvollziehen kann.

So erklärt der BdSt: „Chips, Salzgebäck, Schokowaffeln oder vergleichbare Knabbereien, die ein Mitarbeiter auf einer Dienstreise im Flugzeug, Zug oder Schiff erhält, sind keine Mahlzeit!“

Das hätte mein Opa sofort unterschrieben. Chips, Salzgebäck und Müsliriegel wären bei ihm unter den Oberbegriff „Vogelfutter“ gefallen. Eine ordentliche Mahlzeit im Sinne des Gesetzes genussvoller Lebensführung ist stets ein kulinarisches Dreigestirn aus Suppe, Hauptgericht und Dessert und nirgends anders zu verzehren als in geselliger Runde am gedeckten Tisch.

Klappt nicht immer, heutzutage, deswegen orientiere ich mich an der Aufschrift auf dem Kühlschrankmagneten, den ich mir jüngst angeschafft habe. Da heißt es nämlich kurz und bündig: „Eine Mahlzeit ohne Wein nennt man Frühstück!“ In diesem Sinne: Bitte umblättern!