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Magnet für den Duisburger Norden

06.01.2012 | 19:40 Uhr
Magnet für den Duisburger Norden
So soll es mal aussehen: „Douvil“ – das Duisburg Outlet Village.

Duisburg.   Die CDU setzte das Factory Outlet center gegen große Widerstände durch. Dass eine Erweiterung nötig sein würde, war abzusehen.

Die Idee, im wirtschaftlich schwachen Duisburger Norden ein Factory Outlet Center (FOC) anzusiedeln, stammt vom CDU-Politiker Rainer Enzweiler. Der umtriebige Marxloher Rechtsanwalt und Notar warb unermüdlich für seinen Vorschlag, die CDU setzte das Zentrum schließlich gegen große Widerstände durch. Natürlich waren die Kaufleute in der Innenstadt gegen das „Duisburg Village Outlet“, kurz „Douvil“ mit 95 Geschäften, die hauptsächlich B-Waren oder Markenware aus dem Vorjahr anbieten sollen.

Aber einhellige Meinung in allen Parteien war: Der Duisburger Norden hätte einen Magneten dringend nötig. Von 2,7 Millionen Besuchern geht die Stadt aus. Bis zu 800 Vollzeitstellen sollen entstehen.

IHK wirft Stadt Wunschdenken vor

Zwar zerriss später ein Gutachten der IHK das Vorhaben in Bausch und Bogen. Der Chef der IHK Duisburg-Wesel-Kleve, Stefan Dietzfelbinger, sagte im Juni 2010: „Offensichtlich wurden mit den beiden von der Stadt befürworteten Untersuchungen Wunschergebnisse beschrieben.“ Doch da hatten sich nach anfänglichem Zögern bereits alle Parteien auf die Seite der CDU geschlagen. SPD-Fachmann Frank Börner: „Wir haben uns lange gewehrt.“ Aber als der Beschluss im März 2010 gegen die Stimmen der SPD gefasst war, hätte auch diese mitgestalten wollen. Die erweiterte Planung habe man nun unterstützt, „weil es was Vernünftiges werden soll“.

Offiziell wurde allerdings nie darüber beraten, eine Siedlung abzureißen. Dennoch findet sich ein Hinweis in der städtischen Ausschreibung vom Juni 2010: „Es wird empfohlen, Erweiterungsmöglichkeiten konzeptionell zu bedenken. Der für eine Erweiterung gegebenenfalls erforderliche Grunderwerb ist seitens des Investors durch Abschluss privat-rechtlicher Verträge mit den Grundstücksnachbarn durchzuführen.“

Nur ein Investor reicht ein Exposé ein, die German Development Group. Es umfasst auch die Siedlung Zinkhüttenplatz. Aber dieses „Detail“ dringt nicht an die Öffentlichkeit. Am 17. Oktober einigt sich der Rat auf das neue größere Konzept – und auf die Forderung an Immeo, den Umzug sozialverträglich zu gestalten. Dem Zeitplan zufolge sollte das Outlet im Oktober 2013 eröffnen. Aber, so ist hinter vorgehaltener Hand aus der Verwaltung zu hören, angesichts des neuen Bürgerbeteiligungsverfahrens sei der Zeitplan nicht zu halten.

Thomas Mader

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