Licht und Schatten der arabischen Welt

Nahost-Korrespondent Martin Gehlen sprach am Dienstagabend mit NRZ-Lesern über die Veränderungen in der arabischen Welt
Nahost-Korrespondent Martin Gehlen sprach am Dienstagabend mit NRZ-Lesern über die Veränderungen in der arabischen Welt
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Korrespondent Martin Gehlen berichtete im NRZ-Pressehaus über die Situation im Nahen Osten. Mehr als 50 Leserinnen und Leser folgten seinem Vortrag.

An Rhein und Ruhr..  Die Auseinandersetzungen in der arabischen Welt sind für Europäer oft nur schwer nachzuvollziehen. Fast täglich berichten Medien über Gräueltaten des IS, über Bürgerkriege und politische Umbrüche. Dazu kommen die bedrückende Bilder vom Leid von Millionen Flüchtlingen. Der NRZ-Korrespondent Martin Gehlen referierte am Dienstagabend einerseits über die Krisenherde im Nahen Osten, aber auch über Bräuche, Religion und persönliche Begegnungen während seiner Reisen.

Seit sieben Jahren berichtet der Journalist und promovierte Politikwissenschaftler für die NRZ aus Kairo. Nur wenige Reporter kennen die Brennpunkte der Region so gut wie er. Mehr als 50 Leserinnen und Leser kamen ins NRZ-Forum, um sich seinen Vortrag anzuhören, viele von ihnen hatten Fragen mitgebracht, etwa zur Glaubwürdigkeit von journalistischen Quellen. Gerade diese Frage machte deutlich: Unsere Leserinnen und Leser wollen gut informiert werden, weshalb die Chefredaktion bereits ankündigte, das Format regelmäßig wiederholen zu wollen.

Seinen zweistündigen Vortrag begann Gehlen mit einer Bilderstrecke, die seine Frau, die Fotografin Katharina Eglau, zusammengestellt hat. Die ersten Aufnahmen zeigten das „Manhattan der Wüste“ – eine Stadt, in der bereits vor 2000 Jahren Hochhäuser aus Lehm gebaut wurden. Es folgten unter anderem Fotos von Prozessionen im Irak, bei denen sich die Gläubigen die Kopfhaut aufritzen. Ein weiterer Teil der Bilderschau behandelte die Lage in den Containerdörfern und die schwierige Situation vieler Frauen.

Gehlen sprach auch über schöne Erlebnisse, beispielsweise einen Segeltörn auf dem Nil. Zum Ende der Frage-Antwort-Runde machte er allen Zuhörern Mut, indem er ein Foto zeigte, auf dem ein Mädchen vor den berühmtem Pyramiden von Gizeh in die Luft springt: „Hier sehen Sie ein Foto von meiner elfjährigen Nichte. Sie ist ganz allein ins Flugzeug gestiegen und nach Ägypten geflogen“, so Gehlen. „Das würden sich viele Erwachsene nicht trauen.“