Landwirte wollen mehr Wertschätzung

Kreis Mettmann..  Mit einigen Sorgen, aber auch Ärger im Bauch, fahren die Rheinischen Landwirte zur Messe „Grüne Woche“ nach Berlin (16. bis 25. Januar). In der öffentlichen Diskussion um Tierhaltung und Umweltbelastungen fühlen sich die Bauern zu Unrecht pauschal an den Pranger gestellt. „Wir sind bereit, unser Handeln kritisch zu hinterfragen“, versicherte Bauernpräsident Bernhard Conzen gestern bei einem Pressefrühstück in Haan. Kritiker allerdings überzeichneten völlig.

Als Beispiel nannte Conzen den Nitratbericht, bei dem sich das Umweltministerium einseitig auf Brennpunkte konzentriere; Kooperationen zwischen Landwirten und Wasserwerken würden nicht gewürdigt. Insgesamt wünschen die Rheinischen Bauern (20 000 Mitglieder, 12 000 Höfe) mehr Wertschätzung – für ihre Arbeit, für ihre Produkte.

Kritik an Discountern

Wertschätzung lässt sich an Preisen festmachen, und die sind z. B. bei Äpfeln, Kartoffeln, aktuell aber auch bei der Milch im Keller. 30 Cent bekommen die Bauern für den Liter – zu wenig, um die Erzeugerkosten zu decken. Vor Jahresfrist war es noch ein Drittel mehr. Allgemein ist der Preisverfall bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen zunächst immer eine Folge der Entwicklung in der Politik sowie auf den Agrarmärkten. Der Preiskampf im Handel verschärfe aber die Negativspirale: „Werbepraktiken, die Lebensmittel wie Ramschware ausloben, verurteilen wir aufs Schärfste.“ Vom Verbraucher wünsche man sich ein noch stärkeres Bewusstsein für regionale Produkte: „Wie gut unsere Lebensmittel sind, sollte jeder zu schätzen wissen.“