Landesminister will Flüchtlingsheim in KZ-Baracke stoppen

In diese ehemalige Baracke, die zuletzt als Kunstatelier genutzt wurde, sollen bis zu 21 Flüchtlinge ziehen.
In diese ehemalige Baracke, die zuletzt als Kunstatelier genutzt wurde, sollen bis zu 21 Flüchtlinge ziehen.
Foto: RN
Was wir bereits wissen
Minister Schneider fordert, die Nutzung einer ehemaligen KZ-Baracke als Flüchtlingsheim zu stoppen. Das Vorhaben verstoße gegen die Willkommenskultur

Düsseldorf.. NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) lehnt eine Nutzung des ehemaligen Konzentrationslagers Schwerte als Flüchtlingsheim entschieden ab. „Ich hoffe, dass das gestoppt wird auf kommunaler Ebene“, sagte Schneider im Integrationsausschuss des Landtags. Der Minister warnte vor dem falschen Signal und einem Vorstoß gegen die Willkommenskultur, wenn Flüchtlinge in der ehemaligen SS-Außenstelle des KZ Buchenwalds untergebracht werden sollten. „Sonst leiden wir alle darunter“, sagte Schneider.

Nach bisherigen Überlegungen der Stadt Schwerte sollen in die Baracken des ehemaligen KZ bereits in der nächsten Woche rund ein Dutzend Flüchtlinge einziehen. Die Bauten waren vorher als Lagerhallen, Kindergarten und Ateliers genutzt worden. Asylverbände und Integrations-Initiativen hatten aber laute Kritik an den Plänen geäußert. Schließlich mache es einen Unterschied, ob in der Baracke ein Atelier oder Flüchtlinge untergebracht seien, warnte der Flüchtlingsrat NRW.

Flüchtlinge In der ehemaligen Außenstelle von Buchenwald waren in der NS-Zeit 700 polnische Zwangsarbeiter untergebracht worden. Die Gefangenen mussten im Reichsbahnausbesserungswerk Lokomotiven reparieren. 1985 waren die Baracken unter Denkmalschutz gestellt und neben einem Gedenkstein ein Stück Schiene verlegt worden. Die Flüchtlingsverbände warnten vor dem verheerenden Eindruck, wenn Flüchtlinge erfahren würden, dass sie in einem ehemaligen Konzentrationslager untergebracht seien. Am Dienstag hatten Ratsmitglieder und Beamte der Stadt Schwerte die Baracken noch einmal besichtigt. Angesichts der massiven Kritik will die Kommune die aktuelle Lage am Freitag erläutern.