Kinderkliniken noch besser vernetzen

Essen..  Wenn Dr. Peter Beyer vom Ruhrgebiet als „Paradies für Kinder“ spricht, hat das nichts mit Spielzeug zu tun. Peter Beyer ist Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik am Evangelischen Krankenhaus in Oberhausen und hat ganz allein die Gesundheit der Kinder im Blick. Anlässlich des „Ruhrgebietskongress zur Kinder- und Jugendgesundheit“ am Samstag in Essen spricht Beyer vom Paradies der Klinikdichte.

„So viele Krankenhäuser und Spezialkliniken, wie wir sie im Ruhrgebiet haben, das ist außergewöhnlich in Deutschland“, sagt Beyer. 20 Kinder- und Jugendkliniken, über 300 Kinderarztpraxen. „Sowas gibt es höchstens in München oder Berlin.“ Doch auch ein Paradies ist noch verbesserungsfähig. Die Behandlungsmöglichkeiten müssten noch besser vernetzt werden, sagt der Arzt.

So könnte zum Beispiel die Intensivmedizin für Kinder verbessert werden, indem man „die Fähigkeiten zentralisiert“. Statt an vielen kleinen Kliniken kleine Intensivstationen zu pflegen, „ist eine zentrale Einrichtung besser“. Fachpersonal, Fachschulungen – die Zentralisierung bedeute eine deutliche Verbesserung der Therapie „und damit eine Verbesserung der Überlebenschanchen der Kinder.“

Auch für Kinder, die Opfer von Misshandlungen geworden sind, müsse es mehr Möglichkeiten geben. Zur Zeit seien vor allem die Vestische Klinik in Datteln die Spezialisten, so Beyer, der bemängelt, dass die Kassen die Behandlung nicht in jedem Fall bezahlen.