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Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?

07.09.2013 | 15:45 Uhr
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
Gebaut zu einer Zeit, als das Heizen noch Pfennigbeträge kostete: Häuser im Duisburger Norden.Foto: Udo Milbret

An Rhein und Ruhr.   Fast ein Drittel der Wohngebäude an Rhein und Ruhr stammt aus den 50er- und 60er-Jahren. Für die Eigentümer ist die Sanierung eine riesige Herausforderung. Experten raten, unbedingt Fachleute hinzuziehen. Verband Haus & Grund weiß: Wirtschaftlich lohnt sich eine Sanierung nicht immer.

Der Krieg war noch nicht lange her und Wohnraum knapp, die Wirtschaft wuchs kräftig: In den 50er- und 60er- Jahren gab es an Rhein und Ruhr einen regelrechten Bauboom. Fast ein Drittel der NRW-weit insgesamt 3,9 Millionen Wohngebäude (30,2%) stammt heute noch aus dieser Zeit, wie das Landesamt für Statistik mitteilte.

Für Eigentümer, aber auch für die mit den Nebenkosten konfrontierten Mieter ist das ein Problem: Wohnungsgrundrisse sind nicht mehr zeitgemäß – während früher sogar Familien auf 50 Quadratmetern lebten, ist das heute oft für Singles nicht groß genug. Zudem sind die Gebäude energetisch löchrig wie ein alter Bergmannstrumpf.

Stadtwerke unterstützen Modernisierungen

Die Sanierung dieser Häuser kommt nur langsam voran. Joachim Frielingsdorf von der Energieagentur NRW sieht noch ein enormes Potenzial. „Wichtig ist, dass die Gebäude ganzheitlich angegangen werden“, sagt Frielingsdorf. Es mache „wenig Spaß“, wenn eine energieeffiziente Heizung Wärme produziere, diese das Haus aber durch die ungedämmte Fassade wieder verlasse.

Frielingsdorf rät, unbedingt den Rat von Fachleuten einzuholen. Zudem sollten sich modernisierungswillige Eigentümer bei ihrem örtlichen Energieversorger informieren: „Fast alle Stadtwerke, selbst die kleinen, bieten Förderprogramme für solche Modernisierungen an.“ Die Häuser aus jener Zeit seien geradezu verschwenderisch gebaut worden. Warum auch nicht: Es gab weder Wärmeschutz- noch Energiesparverordnung und das Heizen war billig – „Öl kostete Pfenningbeträge“, so Frielingsdorf.

Weniger 50er- und 60er-Jahre-Gebäude auf dem Land

In den großen Städten an Rhein und Ruhr ist der Anteil der Wohnhäuser aus der Wiederaufbau- und Wirtschaftswunderzeit sogar oft noch deutlich höher. Für Düsseldorf etwa nennen die Statistiker einen Anteil von 37,7%, in Essen liegt er mit 38,4% sogar noch etwas höher.

Auf dem Land gibt es tendenziell weniger Gebäude aus dieser Zeit, Ausnahmen bestätigen freilich die Regel: Für Heiligenhaus haben die Statistiker einen Anteil von 41,8% ermittelt; die Stadt erlebte in der Wirtschaftswunderzeit einen rasanten Aufstieg. Im während des zweiten Weltkrieges stark zerstörten Wesel liegt der Anteil bei 33,7%.

Sanierung lohnt sich wirtschaftlich oft nicht

Während die Energieagentur NRW Sanierungen preist, ist man beim Eigentümerverband Haus & Grund Rheinland nicht so davon überzeugt: „Wirtschaftlich lohnt sich das oft nicht, besonders an Standorten im Ruhrgebiet“, sagte Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya. Als Hausbesitzer müsse man da schon Enthusiasmus mitbringen („ich tue was für die Umwelt, fürs Klima“). „Gegebenfalls muss aber auch über einen Abriss nachgedacht werden“, meint der Haus &Grund-Vertreter. Bei schlechter Bausubstanz könne ein Neubau die bessere Lösung sein.

Während es energetische Vorgaben für Neubauten gibt , scheut die Politik vor einer gesetzlichen Modernisierungspflicht des Altbestandes zurück. Gut so, meint man bei Haus & Grund. „So was wäre mit enormen Kosten verbunden, die dann voll an die Mieter weitergegeben werden könnten“, sagt Amaya. Er glaubt aber nicht, dass sich die ehrgeizigen Klimaziele ohne massive Eingriffe in den Altbestand erreichen lassen. „Es wird ein Umdenken geben müssen“, meint Amaya. Die Parteien müssten die Klimaziele hinterfragen.

Holger Dumke



Kommentare
08.09.2013
17:04
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von KarlWeniger | #18

Allet Unsinn!

"Ahämuhmuhmuh! Euer Känguru!"



08.09.2013
11:51
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von Juelicher | #17

Man braucht nur auf Immoscout24 die Heizkostenvorauszahlungen der Häuser aus verschiedenen Bauepochen vergleichen u. wird feststellen, dass sich diese oft kaum unterscheiden. Die Wirkung von energetischen Sanierungen ist in der Praxis meist deutlich geringer als allgemein angenommen. Selbst Häuser bis Mitte der 90er sind energetisch kaum besser als 60er Jahre-Häuser.
Die Dämm- u. Energiesparlobby operiert mit Rechenmodellen, die nachweisbar falsch sind. Im zuständigen Normenausschuss sitzen Vertreter der Baustofffirmen etc. und sorgen für die notwendigen Manipulationen. Die Uni Cambridge konnte in einer Studie aufzeigen, dass die prognostizierten Einsparungen von der Realtität um bis zu 30% abweichen. Die Wärmeverbundsysteme bergen viele Nachteile (Sondermüll, Fungizide u. Algizide in den Farben mit enormer Grundwasser gefährdung etc.) Auch scheint die Dämmwirkung sich sukzessive abzuschwächen.

1 Antwort
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von heinz_schmidt | #17-1

Und wer zahlt das alles am Ende? - der Deutsche!!! Steuerzahler

08.09.2013
10:55
Annington, VBW und sonstige Gesellschaften
von meigustu | #16

wollen mit solchen Meldungen den Boden bereiten um Subventionen zu bekommen.

Der Mieter rechnet eh so:
verfügbares Geld für die Miete ./. Heizung/Warmwasser - Nebenkosten = Nettomiete.

Der Vermieter muss nachrechnen, ob er ein paar Scheichs und einen Zar durchfüttert, oder ob es sich lohnt das Haus zu dämmen. Nach Angabe von Fachleuten muss heute übliche Dämmung nach 23 Jahren erneuert werden. Wobei bereits nach heutigen Gesetzen die Standarddämmung Sondermüll ist. Private Vermieter sollten also nicht nur die Baukosten betrachten, sondern auch die zukünftigen Entsorgungskosten berücksichtigen. Die großen Gesellschaften muss das nicht interessieren, sie verschieben irgendwann den problematischen Bestand einfach in nicht haftungsfähige Tochtergesellschaften. Bei deren Pleite bezahlt dann der kommunale Steuerzahler Abriss und Entsorgung.

1 Antwort
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von a_ha | #16-1

Mal konsequent zu Ende gedacht. Sie sollten sich bei der waz bewerben...

08.09.2013
10:36
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von melr | #15

Naja, Solo schlimm ist das ja nun auch wieder nicht mit der Dämmung. Die entspricht zwar nicht den neuesten technischen Möglichkeiten, aber abrisswürdig sind solche Häuser wohl nicht.

Deutschland wird die Welt nicht retten können, indem es nur noch teure Neubauten mit Top Wärmedämmung als Wohnungen hat.

08.09.2013
10:09
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von alias-king | #14

Wieso sind 50 QuMeter für einen Single zu wenig ?? Wohnungen in dieser Größe werden meist als Stille Reserve gemietet , falls es mal Knatsch mit der Freundin gibt. Alles nach dem Motto :-My Home is my Castle.

08.09.2013
08:24
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von LilaLatzhose | #13

das ist eben KEIN günstiger Wohnraum; mal bei der Annington, VBW oder sonstigen Gesellschaften nachlesen. Die Wohnungen sind mitunter wesentlich teurer als die von Privatvermietern, weil ein ganzer Wasserkopf mitfinanziert wird.

1 Antwort
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von a_ha | #13-1

Ich würde eher auf 20% Rendite tippen.

08.09.2013
07:56
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von xxyz | #12

Die Studentenwohnungen sind knapp.
Kein günstiger Wohnraum
...

Da ist es doch gut, dass noch ein paar ältere Häuser da sind, die günstig auf dem Markt zur Verfügung stehen.

Warum muss der Staat so lange subventionieren, bis auch Geringstverdiener eine 100qm Single Wohnung bekommen?

08.09.2013
07:01
Siehe Photo!
von nihil-est | #11

Klasse Photo zum Artikel!

Reihenhäuser - sinngem. haben die mittleren Häuser als Dämmung jeweilig!!! ein Nachbarhaus. Nur beide Eckhäuser eine dritte Fläche.

Nun ziehen wir gedanklich die Fensterflächen ab.

Pro Etage blieben also grob geschätzt keine 30qm Fassade wo man mit 16mm Styroporsondermüll überhaupt dämmen könnte.

Fassade aber macht nur 20% möglicher Einsparungen aus. Da nur 2 Fassadenseiten also grob 10% ( Mittelhäuser ). Diese maximalen 10% Einsparung sind ( in Bezug auf die Kosten ) aus Mietersicht bei wohlwollender Rechnung etwa in 50 bis 60 Jahren wieder drinne.........leider aber wird nicht jeder Mieter deutlich älter als Jopi Heesters. Leider hält auch die Styropordämmung keine 50-60 Jahre!!

Ergo: Der Mieter - sowie der Eigentümer - haben rein gar nix davon.

Übrigens: Ich bin Vermieter und werde garantiert KEINEN Styroporsondermüll ans Haus pappen.

Nur so am Rande, nebenbei

4 Antworten
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von meinemeinung47 | #11-1

Diese Überlegungen finde ich total richtig!

Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von Frimue | #11-2

Oh, ein ewig Konservativer...
Als wäre Styropor das einzige in einem WärmedämmVERBUNDsystem.

Du Vermieter
Ich Mieter
Wir aber doch nie zusammenkommen ;)

Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von meinemeinung47 | #11-3

@Frimu:
Sie haben es nicht verstanden!
Egal ob Styropor oder ein anderes Dämmaterial, bei dem Verhältnis zwischen Fensterflächen zu Außenwäden bringt eine Dämmung des Mauerwerks fast nichts!
Die Fenster müßten eine Dreifachverglasung erhalten! Das würde dann zwar wirklich was bringen, wäre aber sehr teuer!

Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von Juelicher | #11-4

Gerade neue Fenster sind am unwirtschaftlichsten. Dreifachverglasung erst recht.

08.09.2013
06:58
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von chemtrail | #10

Energetisch sanierte Fassaden sind durch beigefügte Schimmelgifte,die vom Regen in die Kanalisation kommen die Ursache für massive Grundwasserverseuchung durch Biozide.
Günstigen Wohnraum anbieten,nicht abschaffen!

07.09.2013
23:14
Keine Dämmung und zu klein - Was tun mit alten Mietkasernen?
von KronZacke | #9

Als ob jedes alte Haus von außen dick eingepackt werden muss, es gibt noch genug Häuser die auch so gut zu bewohnen sind und Heiztechnisch auch ok sind.

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