Kardinal Woelki wird für alle 150 Opfer beten

Köln..  Die Frage ist beantwortet. Wenn heute, gut drei Wochen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine, die Trauerfeier im Kölner Dom stattfindet, soll für alle 150 Opfer der Katastrophe gebetet werden – somit auch für den mutmaßlichen Todespiloten. „Es steht uns nicht zu, zu urteilen. Unser aller Leben liegt in Gottes Hand“, sagt der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, der gemeinsam mit Annette Kurschus, die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, den Gottesdienst leiten wird.

Am 24. März hatte der Co-Pilot die Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf offenbar absichtlich in den französischen Alpen abstürzen lassen – und für die Redner dürfte es nicht leicht werden, die richtigen Worte zu finden. Woelki hat bereits gesagt, für Christen werfe die Katastrophe vom 24. März die Frage auf, „warum ein allmächtiger und liebender Gott so ein Unglück zulassen kann“.

Außer Woelki spricht unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck. Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt ebenfalls an der Trauerfeier teil. Frankreich wird vertreten von Staatsminister Alain Vidalies, Spanien von Verkehrsministerin Ana Pastor Julián. Erwartet werden außerdem etwa 50 Helfer aus Deutschland und Frankreich, die am Absturzort im Einsatz waren.

Das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle. Nach dem Morgengottesdienst ab 7.15 Uhr kommen Sprengstoffhunde zum Einsatz, die den Dom absuchen werden. Rund 20 Polizei-Experten planen seit zehn Tagen einen sicheren Ablauf der Trauerfeier. Erwartet werden 1400 Gäste, darunter rund 500 Angehörige. Die Domplatte wird gesperrt, auf der zu Platte führenden Treppe können Blumen abgelegt werden.