In NRW gibt es so viele Jäger wie noch nie

Die Jägerschaft wuchs in NRW im vergangenen Jahr kräftig.
Die Jägerschaft wuchs in NRW im vergangenen Jahr kräftig.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Weil sie zurück zur Natur wollen, gehen viele Leute unter die Jäger. Inzwischen gibt es so viele von ihnen wie noch nie in Nordrhein-Westfalen.

Dortmund.. Die Zahl der Jäger ist in Nordrhein-Westfalen auf Rekordhöhe gestiegen. Die Jägerschaft wuchs 2014 kräftig um 4500 auf 87 272 Personen. Der Anstieg um 5,4 Prozent ist deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit stieg die Zahl der Jagdscheinbesitzer vergangenes Jahr um 2,14 Prozent auf fast 370 000 aktive Jäger. Seit der Wiedervereinigung hat sich der Kreis der Jäger bundesweit um 50 000 erhöht.

Protest "Die Jagd wird immer beliebter - zunehmend auch unter jungen Leuten, die die Natur und das traditionelle Handwerk für sich entdecken", sagte Verbandspräsident Hartwig Fischer im Vorfeld der Messe "Jagd & Hund" in Dortmund (3. - 8.2.). Ihn freut auch, dass immer mehr Frauen dabei sind. Ihr Anteil liege in den Jungjägerkursen inzwischen bei etwa 20 Prozent. Sie kommen einer Umfrage zufolge mehrheitlich über ihren Hund zur Jagd. Meist bemerkten sie erst später, dass sie sich einen Jagdhund, zum Beispiel einen Jack Russel Terrier zugelegt haben und nutzten den Umstand zum Einstieg in die Jagd.

Einsteiger aus allen Alters- und Berufsgruppen

"Hauptmotiv der Anwärter ist das Zurück zur Natur", sagt Verbandssprecher Torsten Reinwald in Berlin. Es gehe um gesundes Essen, das selbst geschossene Fleisch und um angewandten Naturschutz. Jäger legten zusammen mit Landwirten Blühstreifen und Hecken an - sogenannte Deckungsstreifen für Tiere - und pflegten sie.

Jungjäger kommen den Befragungen nach aus allen Alters- und Berufsgruppen: vom Schüler bis zum Rentner, vom Handwerker über die Friseurin bis hin zur Ärztin oder dem Professor. Sie treffen sich in den Vorbereitungskursen. In mindestens 120 Pflichtstunden nehmen sie Themen wie Tier- und Pflanzenkunde, Jagdrecht, Wildbrethygiene, Schießwesen oder Natur- und Artenschutz durch. Am Ende steht eine staatliche Prüfung. (dpa)