Im Schnitt 18 Tage Krankenschein

An Rhein und Ruhr..  Rund 18 Tage war jeder der 143 716 Beschäftigten der Landesverwaltung im Jahr 2013 durchschnittlich krank. Das zumindest haben Statistiker ausgerechnet. Der Krankenstand in den Bürostuben und Betriebshöfen des Landes liegt damit einmal mehr deutlich über dem der freien Wirtschaft. Die 180 000 Lehrer sind im neuen Bericht von NRW-Innenminister Ralf Jäger noch nicht erfasst – aus Datenschutzgründen. Außerdem „stempeln sich Lehrer nicht ein und aus“, hieß es. Inzwischen hat der Landtag aber eine Erhebung der Krankentage der Lehrer beschlossen. Erste Ergebnisse sollen 2015 vorliegen. Schon mal zum Vergleich: In Niedersachsen hatten Lehrer 2011 laut Rechnungshof eine Krankenquote von 5,2%.

Einige Zahlen aus dem Bericht des Ministers: Die Krankenquote in der Landesverwaltung liegt im einfachen Dienst am höchsten (11,4%), im mittleren Dienst (8,9%), gehobenen Dienst (7,1%) und im höheren Dienst (4,0%) niedriger. Weibliche Beschäftigte sind geringfügig häufiger krank als männliche Mitarbeiter. Tarifbeschäftigte waren häufiger krank (8,8%) als Beamte (7,1%).

Erhebliche Unterschiedein den Ministerien

Eine Ursache für die hohen Krankenstände in der Landesverwaltung sieht Jäger darin, dass der Anteil älterer Mitarbeiter über 55 Jahre im Vergleich zu allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in NRW deutlich höher liegt. Während außerhalb der Behörden nur 16,3 Prozent der Beschäftigten älter als 55 Jahre sind, betrug deren Quote in der Landesverwaltung im Jahr 2013 bereits 21,4%.

Auch innerhalb der Ressorts der Landesbehörden gibt es erhebliche Unterschiede beim Krankenstand. Allerdings seien die Ministerien u. a. wegen der unterschiedlichen Altersstruktur in ihrer Belegschaft auch nur sehr begrenzt vergleichbar, heißt es in dem Bericht. Am geringsten ist der Krankenstand im Bereich des Justizministeriums (3,8%) und in der Staatskanzlei von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mit 6,1 Prozent. Der Bericht gibt aber auch Auskunft, dass 2013 die krankheitsbedingten Ausfälle im Arbeitsministerium mit 9,3 Prozent landesweit Spitze waren. Auch bei der Polizei lag die Krankenquote mit acht Prozent und fast einer Million Krankentage über dem Schnitt. Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) greife die jüngste interne Gesundheitsvorsorge noch nicht richtig. Dringend notwendig sei es auch, dass die Wochenarbeitszeit im stark belastenden Wach- und Wechseldienst unter die 41-Stunden-Marke reduziert wird, heißt es bei der Gewerkschaft.

Einschließlich der nicht-attestpflichtigen Krankentage an den ersten drei Kalendertagen, die in anderen Krankenstandserhebungen der Kassen nicht immer berücksichtigt werden, erhöhte sich die Krankenquote in der Landesverwaltung 2013 sogar geringfügig auf 7,53 Prozent. Erfreulich: Der Anteil der längerfristigen Erkrankungen im Landesdienst ist 2013 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 40 Prozent gesunken. Langfristige Erkrankungen bedeuten mindestens 31 Fehltage. Durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement bemüht sich die Landesregierung seit 2011, den weiteren Anstieg der Krankenquote zu verhindern. In Schulungen und Fortbildungen wird auf die Gesundheit eingegangen. Es gibt Fitnessprogramme und Sportgruppen „von Kollegen für Kollegen“. Das Kantinenessen soll gesünder werden. Zudem wurde der Arbeitsschutz verbessert.