Hüsch-Wort zum Reformationsjubiläum

Im Rheinland..  „Vergnügt, erlöst, befreit!“ Nein, die Psalm-Worte stammen nicht von Luther, sie sind aus der Feder von Hanns Dieter Hüsch. Den Protestanten im Rheinland werden sie im übernächsten Jahr als Motto bei den Feiern zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation dienen. Hüsch, Kabarettist vom Niederrhein und 2005 verstorben, gehe bei vielen Menschen in der Region ja fast als Kirchenvater durch, meint Präses Manfred Rekowski.

Die Rheinische Landeskirche (730 Gemeinden, etwa 2,7 Millionen Mitglieder) stellte gestern erste Planungen für die Feier vor. So soll es u. a. schon ab Oktober 2016 insgesamt 95 Gottesdienste an ungewöhnlichen Alltagsorten geben – also etwa in Einkaufszentren oder U-Bahnhöfen. Der Gedanke dahinter ist, dass die biblische Botschaft mit der Reformation den Alltag der Menschen erreicht habe. Der Reformationstruck, der europaweit unterwegs ist und 67 Orte anfährt, wird voraussichtlich im März 2017 in Wuppertal Station machen, wo im Jahr 1934 die Barmer Erklärung verabschiedet wurde – bis heute ein zentraler Glaubenswegweiser für Protestanten.

Eine zentrale Feier zum Reformationsjubiläum wird es auf dem langgestreckten Gebiet der Landeskirche nicht geben. Dafür sind mehrere größere Veranstaltungen geplant, etwa in Aachen und Koblenz, sicher auch in der Region Köln/Düsseldorf. Das Gesamtbudget für die Feierlichkeiten bei der Landeskirche soll bis 250 000 Euro betragen.

Apropos Geld: Eine Zwischenbilanz gibt es zu der zusätzlichen Million Euro, die die Landessynode für die Flüchtlingsarbeit in Gemeinden und Kirchenkreisen bereitgestellt hat. Etwa 60% der Summe sind bislang vergeben, verteilt auf 59 Projekte, teilte Präses Manfred Rekowski mit. In der Rhein-Ruhr-Region geht es da um Honorarkräfte und die Aufstockung des Sprachkurses in Neukirchen-Vluyn, beim Neuen evangelischen Forum in Moers um Integrationslotsen und ein interaktives Theaterstück, bei der Diakonie in Dinslaken um die Flüchtlingsberatung, bei der Gemeinde Hamminkeln um 200 Stunden Sprachkurs, bei der Christusgemeinde Oberhausen um Learning by doing für Kinder und ein Sprachcafé, bei der Diakonie in Oberhausen um das Übergangsmanagement, bei der Gemeinde Kleve um die Begleitung von Ehrenamtlichen und in Düsseldorf bei der Tersteegen-Gemeinde um eine Honorarkraft und bei der Matthäi-Gemeinde um die Weiterführung der Flüchtlingsberatung.