Hüpfend bis 100 zählen

An Rhein und Ruhr..  Experten fordern ,,fünf bis sechs Stunden Schulsport in der Woche“. Für die Kamp-Lintforter Overbergschule ist die tägliche Sport- und Bewegungsstunde seit 2004 Programm.

Und das funktioniert nur, wenn auch während des normalen Unterrichts Bewegung ins Spiel kommt: „Wenn die Kinder zum Beispiel bis 100 zählen, dann hüpfen sie dabei nach vorn“, erklärt uns Schulleiterin Sigrid Hamann. „Oder wenn wir Verben und Substantive durchnehmen, dann machen sich die Kinder bei den Verben klein - und bei den Nomen groß. Denn groß und klein werden diese Wörter ja auch geschrieben.“

Als der Sportwissenschaftler Dirk Hofmann von der Uni Duisburg-Essen kürzlich im Kamp-Lintforter Sportausschuss seine Fitness-Ergebnisse aus den örtlichen Schulen vorstellte, da lag die Overbergschule deutlich vorn. Und damit ist der Beweis erbracht, dass tägliche Bewegung den Kindern mehr als gut tut.

Doch wie schafft eine Schule das? Sigrid Hamann sieht dies nicht als großes Problem: „Neben dem Unterricht haben wir Bewegung auch im Ganztag fest eingebaut - es ist eben nur eine Sache der Organisation.“ Bleibt zu erwähnen, dass an ihrer Schule sämtliche Kolleginnen einen Übungsleiterschein absolviert haben.

Ein Seepferdchen reicht nicht

Sportwissenschaftler Hofmann wies übrigens auch darauf hin, dass viele Kinder nicht vernünftig schwimmen könnten. Das „Seepferdchen“ sei eben nicht ausreichend. Er betonte außerdem, dass nicht nur Übergewicht ein Problem sei, sondern auch das Gegenteil: Schon im Grundschulalter würden manche Mädchen hungern und diäten, sich täglich auf die Waage stellen. Die Sehnsucht nach einem extrem mageren Körper sei teils bereits im frühen Alter ausgeprägt.

Allerdings erkranken gerade fettleibige Kinder öfter an Diabetes, sie werden mehr gehänselt und weniger erfolgreich sein als Kinder, die schlank und sportlich sind. ,,Im Idealfall sind die Eltern ein gutes Vorbild“, weiß der Ernährungsexperte. Bei 13 bis 15 Prozent der Kinder ist das aber nicht der Fall.

Weil das Problem der übergewichtigen Gesellschaft von der Politik erkannt wird, will die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, NRW-Sportministerin Ute Schäfer, die „Trimm-Dich“-Bewegung neu beleben. Bewegungsmuffel sollten ermuntert werden, an Haltestellen beim Warten auf den Bus, in Parks oder auf Bolzplätzen an einfachen Geräten ohne großen Aufwand kleine Übungen ausführen zu können. Mit einfachen Reckstangen oder Steppern sollen Kinder und Senioren schnell und unkompliziert niederschwellige Bewegungsangebote erhalten. „Die Ministerin muss ihre Initiative noch mit den Ländern abstimmen“, hieß es dazu aus Düsseldorf.

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