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Hohe Spritkosten machen Fahrten mit Bus und Bahn für viele attraktiver

10.11.2012 | 13:16 Uhr
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Hohe Spritkosten machen Fahrten mit Bus und Bahn für viele attraktiver
Durch die gestiegenen Kraftstoffpreise gibt es einen leichten Zuwachs bei der Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen in Nordrhein-Westfalen.Foto: Stefan Arend

Düsseldorf.  Wer nach den Auswirkungen steigender Spritpreise auf den öffentlichen Personennahverkehr sucht, sollte nicht in erster Linie die Umsteigequote gestresster Autofahrer im Blick haben, sondern die Bilanzen gestresster Verbundmanager. Sie müssen die Energiepreissteigerungen mit Einsparungen beim Betrieb von Bussen und Bahnen kompensieren und darauf achten, dass es nicht zu teuer wird.

Die höheren Kraftstoffpreise lassen die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen in Nordrhein-Westfalen steigen. Tendenziell stiegen mehr Autofahrer auf den Nahverkehr um, ergab eine dapd-Umfrage bei den größten Verkehrsverbünden des Landes. Trotz vollerer Bahnen werden zum Jahreswechsel aber die Tickets in vielen Verbünden teurer. Insbesondere Dauerkartenbesitzer müssen künftig deutlich mehr bezahlen.

"Vor allem bei dauerhaften oder drastischen Steigerungen des Benzinpreises ändert sich erfahrungsgemäß das Mobilitätsverhalten", sagte der Sprecher des Nahverkehrsverbunds Westfalen-Lippe (NWL), Uli Beele. "Das hält an, bis die Verbraucher sich wieder an das Preisniveau gewöhnt haben", fügte er hinzu. Durchschnittlich betrage der Passagierzuwachs dennoch nicht mehr als zehn Prozent und sei regional unterschiedlich ausgeprägt.

Genereller Zuwachs in Bussen und Bahnen

Doch nicht nur der Preis an der Zapfsäule hat Einfluss auf die erhöhte Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel. Nach Angaben des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) gibt es in den Monaten November und Dezember generell einen Zuwachs in den Bussen und Bahnen. Weitere Gründe seien hohe Parkgebühren und der Parkplatzmangel in den Städten.

"Außerdem gibt es mehr Firmentickets, und viele Fahrten sind enger getaktet", sagte VRS-Sprecher Holger Klein in Köln. Das mache den öffentlichen Nahverkehr auch für passionierte Autofahrer immer attraktiver.

"Schließlich müssen auch unsere Busse betankt werden"

Es sei sicher, dass sich die gestiegenen Spritkosten auf die Ticketpreise auswirkten, erklärte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). "Schließlich müssen auch unsere Busse betankt werden, und die Energiekosten für Straßenbahnen und Züge sind deutlich gestiegen", sagte Johannes Bachteler vom VRR. Zum 1. Januar werden die Preise in VRR und VRS um durchschnittlich 3,9 Prozent erhöht.

Im Ruhrgebiet und im Rheinland verteuert sich damit das Einzelticket für Erwachsene um zehn Cent bei der Kurzstrecke (auf 1,50 Euro) und um 60 Cent bei der teuersten Preisstufe E (auf 15,70 Euro). Besonders ziehen die Preise für Dauerkarten an, so für das beliebte "Ticket 2000" im VRR - in der Preisstufe D beispielsweise von 153,25 auf 160,10 Euro. Als Grund nannte der VRR die rege Inanspruchnahme der Zusatznutzen. So ist das Ticket übertragbar und darf am Wochenende im gesamten Verbundgebiet genutzt werden.

Im NWL wurden die Fahrpreise hingegen schon zum 1. August erhöht. Im Durchschnitt stiegen sie um 2,8 Prozent. (dapd)

Kommentare
11.11.2012
17:59
Gegenläufig
von bearny67 | #3

Komisch, daß nun mehr Bus und Bahn gefahren werden soll.
Einmal ist der Benzinpreis wieder etwas heruntergegangen, wenn auch noch auf Niwo "Ziemlich teuer". Zum anderen tun die Kommunen aber alles, um einem das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln so unattraktiv wie möglich zu machen: gestrichene Verbindungen, Haltestellen, die alles andere als einladend sind (Wartehäuschen? Was ist das denn?) und überfüllte Verkehrsmittel.
Dagegen ist eine andere Tendenz viel deutlicher zu spüren: der Hang zurück zum Roller. Wie Papa/ Opa früher in den 60ern Wird nun Vespa statt VW, Peugeot 50 statt Porsche, Malaguti statt Mercedes gefahren. Nur jetzt zum Herbst/Winter hin landen einige Gefährte in Keller und Garage, aber manche Unentwegte fahren auch bei 20 cm Neuschnee.
Und die sind noch um einiges günstiger als der ÖPNV

11.11.2012
13:16
Hohe Spritkosten machen Fahrten mit Bus und Bahn für viele attraktiver
von Jorgel | #2

Komisch, bei mir ist es genau umgekehrt. Ich bin früher oft und gerne mit der Bahn gefahren, überwiegend innerhalb der Stadt. Aber wegen der ständigen Preissteigerungen, der schlechten Verbindungen, der dauernden Verspätungen und dadurch verpaßten Anschlüsse vermehrt auf das Auto umgestiegen.

Jetzt brauche ich für die Strecke von 5 km bis zur Arbeit nur 15 bis 20 Minuten. Mit Bus und Straßenbahn sind es 50 Minuten, weil es keine direkte Verbindung aus meinem Stadtteil zur Stadtmitte gibt. Entweder ich steige zweimal um oder ich mache eine Stadtrundfahrt und laufe anschließend noch 10 Minuten.

Und der Sprit dafür ist unter dem Strich sogar billiger. Jetzt komm mir keiner und erkläre mir die laufenden Kosten für unser Familienauto. Die fallen sowieso an, da gibt es nämlich noch ein paar andere Dinge, die mit dem Auto erledigt werden. Zum Beispiel die Urlaubsfahrt, wenn ich da an die Kosten der DB denke, fallen die Spritkosten dagegen kaum ins Gewicht...

11.11.2012
08:44
Hohe Spritkosten machen Fahrten mit Bus und Bahn für viele attraktiver
von Starhemberg | #1

Vor allem am Abend und in der Nacht?
Mein Sicherheitsgefühl in Bus und Bahn hält sich aufgrund eigener, schlechter Erfahrung, schwer in Grenzen.
Damit ist das eigene Auto ohne Alternative.

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