Hightech gegen den Krebs

Essen..  Fast sieht das Kinderbett mit roten Gitterstäben zwischen medizinischen Geräten wie ein Fremdkörper aus. Im Keller des Westdeutschen Protonenzentrums verdrängt Technik die Heimeligkeit. Doch es ist ein Ort der Hoffnung: Viele krebskranke Kinder und Patienten aus aller Welt werden am Westdeutschen Protonenzentrum Essen (WPE) von 70 Mitarbeitern behandelt.

Gestern eröffnete NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) das Protonenzentrum, das deutschlandweit und international längst Maßstäbe setzt. Schon 2013 konnten erste Patienten behandelt werden, doch weil der Start holperig war, hat man die Eröffnung verschoben. Die Technik sei hoch komplex, so Prof. Eckhart Nagel, Geschäftsführer des WPE und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Essen. 250 Patienten im Jahr, bald sollen es tausend sein, die hier bestrahlt werden. Immer wieder wurde die Investitionssumme von 110 Millionen Euro genannt – aber nicht bestätigt.

Wer dieses Riesengebäude betritt, kann kaum fassen, dass hier nur drei Patienten gleichzeitig therapiert werden. Der Platz ist für die Technik da. Der Patient sieht von dem, was hinter den Kulissen stattfindet, nichts: Die Welt der Technik liegt hinter drei Meter dicken Betonwänden: ein 30-Tonnen-Magnet samt Gegengewicht von 30 Tonnen. Der Protonenstrahl wirkt nur am Tumor und schädigt nicht das gesunde Gewebe. Das A und O für die Überlebenschance und Lebensqualität.