Hausbesitzerin will keine "Beschmutzung" durch Sternsinger

Sternsinger ziehen in einer Prozession zur Pfarrkirche Christus König.
Sternsinger ziehen in einer Prozession zur Pfarrkirche Christus König.
Foto: Archiv/dpa
Was wir bereits wissen
Sternsinger sind in Münster nicht überall willkommen. Eine Hausbesitzerin bat das Bistum, von der Beschmutzung abzusehen - und erhielt Antwort.

Münster.. Mit einem offenen Brief hat der Pfarrer der Münsteraner Kreuzkirche auf ein Schreiben einer Immobilieneigentümerin reagiert, die in diesem Jahr keine Beschmutzung durch Kreide oder Aufkleber auf ihren Häuser sehen möchte. "Wir haben hin und her überlegt, was Sie genau mit dieser Formulierung meinen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie damit den Segen meinen, den die Kinder auf Nachfrage bzw. Bitten der Menschen an die Häuser schreiben: 20 – C+M+B – 15 (Christus Mansionem Benedicat = Christus segne dieses Haus)", schrieb Pastor Thomas Frings auf der Facebook-Seite der Gemeinde.

Jährlich ist es am 6. Januar, dem Dreikönigstag, Brauch, dass Kinder als Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet, singend um die Häuser ziehen und den Bewohnern den Segen aussprechen. Dieser Hausbesitzerin scheint dieser Tradition jedoch nichts abgewinnen zu können.

Die Gemeinde der Kreuzkirche in Münster teilte in ihrem Post mit, der Bitte der Immobilienbesitzerin nicht entsprechen zu wollen. "Leider sehen wir uns nicht in der Lage, Ihrer Bitte nachzukommen und den verschiedenen Sternsingergruppen die Adressen mitzugeben." Die Mieter sollen den Sternsingern direkt mitteilen, dass sie das Segnen der Wohnungen verbieten.

Pfarrer äußert sich zur Pegida-Debatte

Pfarrer Frings äußerte sich gegenüber den "Westfälischen Nachrichten" besorgt. Dass „eine Kinderaktion inzwischen schon im christlichen Münster als Sachbeschädigung und Verschmutzung wahrgenommen wird“, stimme ihn nachdenklich. Im Kontext der aktuellen Pegida-Debatte hält er fest: „Wir müssen uns nicht wundern, wenn wir unsere eigenen Traditionen so ramponieren, dass andere Formen des Glaubens den Menschen Angst machen.“ (we)