Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Freizeit

Grün ist die Hoffnung - der Golfsport boomt in NRW

17.08.2012 | 19:55 Uhr
Grün ist die Hoffnung - der Golfsport boomt in NRW
Ein weiter Schlag: Golf verzeichnet in Nordrhein-Westfalen starken Zuwachs – noch.Foto: WAZ-Bild Werner Liesenhoff

Essen.   Golf ist ein Wachstumssport - auch in Nordrhein-Westfalen. Es gibt immer mehr Anlagen und Mitglieder: Die Größe der Spielfläche hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt, die Zahl der Plätze ist von 145 auf 171 gestiegen. Aber ein Ende der Entwicklung zeichnet sich ab.

Was für ein Sommer! Bei 38 Grad im Schatten wagt sich kein gescheiter Mensch ins grelle Sonnenlicht der Golfbahnen. Deswegen wird auch ein knackiges Sommerwochenende im August die düstere Bilanz der Golfplätze an Rhein und Ruhr nicht rausreißen. An dem Julisonntag, als die Golf-Woche Ruhr gestartet ist, regnet es nicht, es schüttet vom Himmel herab: Morgens 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit, mittags 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit und abends 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Wer bei diesem Wetter zum Golfspielen geht, muss diesen Sport wirklich mögen. Das tun offenbar eine ganze Menge Leute in Nordrhein-Westfalen. Jedenfalls kommt an diesem dem ersten Tag der Golf Woche Ruhr, ein Auto nach dem anderen auf den Parkplatz des Bochumer Golf Clubs gefahren.

Die Leute kommen, weil sie eine Turnierrunde mitspielen wollen, weil sie ihren Sport ausüben möchten, neue Leute kennen lernen und einen geselligen Abend verbringen möchten. Dass sie sich an diesem Tag einpacken müssen wie Hochseefischer, dass sie bei diesen Bedingungen keine persönlichen Rekorde brechen und am Abend nass bis auf die Haut sein werden, nehmen sie gerne in Kauf... Wie in jeder Sportart gibt es auch im Golf viele Enthusiasten, und wenn die Zahlen stimmen, dann werden es an Rhein und Ruhr immer mehr.

Zahl der Golfanlagen stieg von 145 auf 171

Erst vergangene Woche hat die Bild-Zeitung eine Geschichte veröffentlicht. „Das Revier ist im Golf-Boom“, verkündete die Schlagzeile. „Seit 2000 hat sich die Spielfläche mehr als verdoppelt“, ist zu lesen. An diesem Trend ist tatsächlich etwas dran. Vor zehn Jahren gab es in NRW 145 Golfanlagen, jetzt, zehn Jahre später, sind es schon 171. André Pastoors, der für den Golf-Verband Nordrhein-Westfalen die Zeitschrift „Golf in NRW“ verantwortet, weiß bestens Bescheid. „Es gibt eine stetige Entwicklung, 2002 hatten wir 87 553 Mitglieder, aktuell sind es 118 806 Mitglieder.“

Das nennt man wohl Wachstum. Allerdings, und auf diesen Faktor weist Pastoors besonders eindringlich hin, sind die Zuwachsraten „ordentlich, aber rückläufig.“ Es boomt zwar, aber es boomt nicht mehr so wahnsinnig wie in den 90er Jahren. „Von 1990 bis 1997 hatten wir Zuwachsraten von über zehn Prozent jedes Jahr“, schwärmt André Pastoors von goldenen Zeiten, ehe er im nächsten Satz darüber spricht, dass in den vergangenen Jahren „jährlich etwa 4000 neue Mitglieder“ den Golfsport entdeckten.

Eine imponierende Zahl, dennoch belegt sie, wie sehr sich die Entwicklung verlangsamt hat. Pastoors spricht von einer Sättigung. „Von den 171 Anlagen in NRW suchen 70 Prozent Mitglieder.“ Die Gründe sind klar: Golf ist teuer, viele Clubs werden als elitär empfunden, und obendrein sind sie auffällig überaltert – somit für Teens nur bedingt sexy. Tatsächlich sieht es derzeit nicht so aus, als würde die Jugend den Sport entdecken wollen – im Gegenteil.

Golf-Verband will Geld in die Hand nehmen

Trotz Martin Kaymer, trotz Marcel Siem – bundesweit gab es in der Altersgruppe bis 14 Jahre von 2010 auf 2011 einen Rückgang von über acht Prozent. Entsprechend alarmiert ist der Deutsche Golf Verband, der jetzt Geld in die Hand nehmen will, um den Nachwuchs zu ködern. 2016 wird die Sportart wieder olympisch, unter dem Slogan „Go for Golf“ sollen Jugendliche ab sofort begeistert werden.

Natürlich hofft man auch in NRW, dass sich die Anstrengungen lohnen werden. „Bei den 10- bis 30-Jährigen kommt nichts nach“, bedauert André Pastoors, der erläutert, wie ernst die Lage wirklich ist: Ein Golfclub mit einer 18 Loch-Anlage benötige 600 bis 700 Mitglieder, um die Kosten einigermaßen vernünftig finanzieren zu können. „Geld verdient man mit einer Anlage nicht“, behauptet der Mann, der dem Zuwachs ein baldiges Ende prophezeit: „Die Entwicklung wird irgendwann rückläufig, und wir werden es erleben, dass wir hier rote Zahlen haben werden.“

Die ein oder andere Anlage wird wegbrechen

Das Fazit des Golf-Experten: „Es zeichnet sich ab, dass die ein oder andere der 171 Anlagen wegbricht.“ Zu spüren ist diese Skepsis nicht überall. 760 Golfer nahmen an den Wasserspielen der Golf Woche Ruhr teil. Im nächsten Jahr soll es eine weitere Auflage geben. Die meisten Teilnehmer wollen 2013 wieder an den Start zu gehen – egal bei welchem Wetter.

Artur vom Stein



Kommentare
Aus dem Ressort
Oberhausener Hooligan-Randale wohl organisierte Prügelei
Hooligans
Nach dem Spiel Rot-Weiß Oberhausen gegen TV Kalkum-Wittlaer rotten sich Vermummte in Sterkrade zusammen. Die Polizei ist Minuten später am Ort der Schlägerei und nimmt 31 Randalierer fest. Der Angriff soll laut Polizei nicht direkt etwas mit dem Fußballspiel zu tun gehabt haben.
Alle vier Essener Burger-King-Filalen sind geschlossen
Fast Food
Die Burger King-Restaurants an der Gladbecker, Kettwiger, Aktien- und Hans Böckler-Straße sind seit Sonntag dicht. Verdutzte Kunden stehen vor verschlossenen Türen. Ein Aushang des Betreibers, dem am Dienstag der Vertrag gekündigt worden war, versucht sich etwas unbeholfen in Optimismus.
Frau aus Erkrath wurde wohl wegen Schulden zu Bankräuberin
Festnahme
Weil sie ihre Schulden nicht bezahlen konnte, hat eine 39-Jährige aus Erkrath offenbar innerhalb von zwei Tagen drei Banken überfallen. Die Polizei hatte die Frau nach dem dritten Überfall am Freitagabend festnehmen können. In ihrer Vernehmung hat sie die Taten gestanden.
Nur 128 Bürger stimmten bei der Nachwahl in Bruckhausen ab
Kommunalwahl
Am Sonntag machten von 1060 Berechtigten im Stimmbezirk 1002 (Bruckhausen-Ostacker) 128 Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Somit lag die Beteiligung bei der Nachwahl bei 12,08 Prozent. Die SPD behält in der Bezirksvertretung die absolute Mehrheit, die NPD holt 25 Prozent.
Massenauflauf behindert Polizei bei Unfallaufnahme in Fahrn
Unfall
Nach einem Auffahr-Unfall in Duisburg-Fahrn sah sich die Polizei plötzlich einem regelrechten Menschenauflauf gegenüber. Bis zu 60 Menschen versammelten sich plötzlich am Ort des Geschehens und behinderte die Streife bei der Unfallaufnahme. Verstärkung musste anrücken.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Bellydancer-WM in Duisburg
Bildgalerie
Bauchtanz
Die hohe Kunst des Bauchtanzes
Video
Bauchtanz-Festival
Kurzfilmfestival in Hagen
Bildgalerie
Kurzfilmfestival