Grippewelle breitet sich in Nordrhein-Westfalen aus

Vor allem in Ostdeutschland grassiert die Grippe aktuell, auch Nordrhein-Westfalen liegt überhalb des bundesweiten Durchschnitts.
Vor allem in Ostdeutschland grassiert die Grippe aktuell, auch Nordrhein-Westfalen liegt überhalb des bundesweiten Durchschnitts.
Foto: Kerstin Kokoska/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Grippeerkrankungen in NRW steigt stetig an. Experten halten eine Schutzimpfung auch im Verlauf einer Grippewelle für sinnvoll.

Essen.. Karnevalszeit ist auch Grippezeit. "Die Grippewelle hat begonnen", sagt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, der größten deutschen Überwachungs- und Forschungseinrichtung für Infektionskrankheiten. Vor allem in Ostdeutschland grassiert die Grippe aktuell, auch Nordrhein-Westfalen liegt oberhalb des bundesweiten Durchschnitts.

Auf der Karte der "Arbeitsgemeinschaft Influenza" sind für NRW unter anderem in den Gegenden Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen und Köln/Bonn wesentlich mehr Fälle von Atemwegserkrankungen gemeldet worden, ein Indiz für eine verstärkte Grippe-Konzentration. Aktuell ist vor allem das Grippevirus H1N1 – die "Schweinegrippe" – verbreitet. "Dieses Virus passt gut zu dem Grippeschutz-Impfstoff", sagt Susanne Glasmacher. Im vergangenen Jahr hatte die Grippe-Variante H3N2 für Probleme gesorgt, weil es durch eine Mutation oft nicht mehr zum Impfstoff gepasst hatte.

Grippeschutzimpfung auch jetzt noch sinnvoll

Eine Grippeschutzimpfung sei auch jetzt noch sinnvoll, sagt RKI-Sprecherin Glasmacher, auch wenn es besser sei, sich bereits im Herbst impfen zu lassen: "Man muss beachten, dass es bis zu zwei Wochen dauert, bis das Immunsystem ausreichend Antikörper gebildet hat". Werde man innerhalb dieses Zeitraums krank, liege das meist nicht an der Impfung, sondern an dem fehlenden Schutz. Wichtig sei es, besonders intensiv auf die Handhygiene zu achten, um die Verbreitung der Grippeviren einzudämmen.

Grippe Eine seriöse Prognose über den weiteren Verlauf der Grippewelle lässt sich derzeit nicht stellen. Die Zahlen für die aktuelle Woche lägen jedoch nahe, dass mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden müsse. (sjb)