Gladbach-Ultra nach brutalem Tritt vor Gericht

Mönchengladbach..  Als Vorsänger der Gladbacher Ultras steht er sonst vor den Fans in der Kurve, seit Dienstag steht er wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht: Der 29-Jährige soll einen anderen Fußball-Anhänger (37) fast umgebracht haben.

„Ohne rechtfertigenden Grund“, so die Staatsanwaltschaft beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Mönchengladbach, soll der Mann den anderen im Stadion vor den Kopf getreten haben. Das Opfer stürzte, schlug mit dem Kopf auf die Steine, kämpfte im Krankenhaus mit Hirnblutung und Hirnödem um sein Leben.

Vor dem Bundesligaspiel gegen Darmstadt 98 im Dezember 2015 soll der mindestens angetrunkene 37-Jährige in der Kurve mit dem Angeklagten zusammengestoßen sein. Zeugen sprechen von einem „Rempler“, bei dem Bier verschüttet worden sei. Der 29-Jährige behauptet vor Gericht, der andere habe seinen Job gewollt, habe drohend das gerade geholte Bier aus vier Bechern über seinem Kopf ausgekippt. Sein Tritt traf den Kontrahenten ins Gesicht, der fiel um. Unglücklich, aber für den Staatsanwalt ist klar: „Er nahm den Tod billigend in Kauf.“