Gestatten, Herr von Oktopus

Bleiben wir kühl! Auch, wenn es schwer fällt, angesichts von Wochenend und Sonnenschein. Es drohen Pollen, Sonnenbrand und ein Überschwang von Glückshormonen, der uns mindestens zum übermäßigen Verzehr von Eiscreme verleitet.

Es gibt also allen Grund, abzutauchen in die erfrischenden Gewässer der Antarktis, hinein in die Welt der Kraken, ja angesichts jüngster Erkenntnisse der Forscher des Alfred-Wegener-Instituts ist man beinahe gehalten, von Gräfin und Graf Oktopus zu reden. Denn wir haben es bei dem Kraken „Pareledoni Charcoti“ mit einem echten Blaublüter zu tun. Kraft seiner drei Herzen pumpt der frostige Geselle höchst stilvoll Blut mit Hämocyanid durch seine Organe, hat also quasi blaue Blutkörperchen, wo der überwiegende Rest der Faune rote bevorzugt.

Das macht er, so die Forscher, weil das ein integriertes Frostschutzmittel ist. Die antarktischen Gewässer sind mit Temperaturen nahe am Gefrierpunkt kein ganz angenehmes Badegewässer und rotes Blut könnte da schon mal in den Adern gefrieren, also bevorzugen diese Kraken blaues Blut.

Noch nicht geklärt haben die Forscher, ob blaublütige Kraken auch in der Lage wären, in jedem Tentakel eine Eiswaffel unterschiedlicher Geschmacksrichtung in die Höhe zu recken. Ich bin sicher, das würde das Interesse für antarktische Forschung gerade heute deutlich steigern.